Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

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vor  ihrer  Befruchtung.
so  hoffe  ich  doch,  er  soll  durch  die  Ausführung  Wahrscheinlichkeit ¬
  bekommen:  und  wenn  er  auch  gleich  große
Schwierigkeiten  mit  sich  führt,  so  bin  ich  doch  voller
Muth  und  Hofnung  sie  zu  überwinden,  weil  ich  von
Bonnets,  und  Spallanzani's  Grundsätzen  unterstüzt ¬
  werde.  Ich  könte  geirret  haben:  aber  die
Irrthümer  in  meinem  Werke  würden  auch  gewiß  nur
solche  sein,  die  ich  irriger  Weise  den  gründlichen  Vorstellungen ¬
  meiner  Führer  untergeschoben,  und  unrichtig =
  aus  ihren  Bemerkungen  und  Entdekkungen  abgeleitet ¬
  hätte.
Kein  Mensch,  kein  Thier,  keine  Pflanze,  kein
Infusionsthiergen,  hat  jemals  existirt,  ja  ich  kan  fast
sagen,  seit  sechstausend  Jahren  gelebt,  welches  nicht  im
Schoße  seiner  Mutter,  worein  es  von  der  Natur  war
gelegt  worden,  seine  almählige  Entwikkelung  bekommen ¬
  hätte.
Weil  nun  also  die  Keime  vor  der  Befruchtung
schon  präexistiren,  so  ist  es  ganz  klar,  daß  sie  nicht
Wirkung  von  der  Befruchtung  sind,  es  ist  offenbar,
daß  sie  schon  geschaffen,  mit  allen  ihren  Orgauen  schon
vorher  geschäffen,  und  in  dieser  Verfassung  vorhanden
waren,  ehe  wir  dieselben  noch  mit  unsern  Augen  erkennen ¬
  konten.  Allein,  was  für  einer  wirkenden  Ursache ¬
  soll  man  ihre  Entstehung  zuschreiben?  und  welchen ¬
  Zeitpunkt  ihrer  Erscheinung  sol  man  annehmen?
Diese  Fragen  scheinen  uns  in  Labyrinthe  der  Metaphysik ¬
  zu  führen;  aber  ich  hoffe,  durch  ganz  natürliche ¬
  und  zusammenhängende  Schlüsse  im  Stande  zu  sein,
mich  wieder  heraus  zu  finden.
Aus  der  Unmöglichkeit  einer  unendlichen  Reihe
eines
endlicher  Dinge,  folgt  nothwendig  die  Existenz
ersten
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