Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

vor  ihrer  Befruchtung.
Frosches,  behielten  ihre  volle  Kraft,  ob  sie  schon  mit
anderthalb  Pfund  Wasser  vermischt  worden  waren;
ja  diese  so  unbedeutende  Menge  Saamen,  verlohr  auch
ihre  Kraft  noch  nicht,  da  er  sie  mit  zwei  und  zwanzig
Pfund  Wasser  geschwächt  hatte.  Denn  im  erstern
Falle  wurden  alle  mit  jener  Mischung  befeuchteten  Larven =
  lebendig,  und  die  in  die  andre  noch  schwächere
getauchten  kamen  doch  auch  zum  Theil  zu  Leben.  Man
muß  bemerken,  daß  nicht  nur  etwan  ein  Theil  dieses
Wassers  die  befruchtende  Kraft  erhielt,  sondern  die
ganze  Masse  des  Wassers.  Und  was  noch  mehr  war;
auch  die  bis  zum  Erstaunen  mit  diesem  besaamten  Wasser =
  häufig  gemachten,  und  mit  demselben  öfters  wiederholten ¬
  Befruchtungen,  konten  ihm  doch  seine  befruchtende ¬
  Kraft  nicht  nehmen.
Diese  Versuche  hätten  die  Meinung  erwekken
können,  daß  vielleicht  der  flüchtige  Theil  des  Saamens ¬
  nur  die  Befruchtung  verursachte;  allein  Herr
Spallanzani  hat  dargethan,  daß  es  die  ganze
Mischung,  der  körperliche,  nicht  geistige  Theil  des  Saamens ¬
  allein  sei,  der  die  Befruchtung  zuwege  bringe.
Endlich  hat  auch  dieser  gelehrte  Naturforscher  mit  gleich
glüklichem  Erfolge,  Eier  von  der  Seidenraupe  befruchtet: ¬
  ja  er  ist  noch  viel  weiter  gegangen,  indem  er  so
gar  eine  Hündin  mit  dem  Saamen  eines  Hundes,
durch  eigene  Handgriffe  befruchtet  hat.  Die  Hündin
hat  auch  glüklich  drei  verschiedne  Junge  geworfen,  da
das  Thier  zuvor  so  lange,  bis  sich  die  Kenzeichen  der
Trächtigkeit  offenbarten,  in  einer  Kammer  genau  verschlossen ¬
  gehalten  wurde.  Dieser  nämliche  Versuch,  ist
auch  mit  eben  dem  Erfolge,  von  einem  Professor  zu
Pisa  wiederholt  worden.
Hier
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