Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

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Geschichte  der  organisirken  Körper,
Leben,  ohne  daß  sie  dasselbe  einem  mitwirkenden  Männgen ¬
  schuldig  waren.  Man  kan  es  schon  von  unserm
mühsamen  Beobachter  erwarten,  daß  er  nun  auch  untersuchen ¬
  würde,  was  den  Früchten  wiederfahren
möchte,  die  keine  Befruchtung  erlitten  hätten.  Allein
die  Erfahrung  kehrte  ihn  ein  für  allemal,  daß  die
befruchteten  Fötus,  es  mochté  die  Befruchtung  nun
durch  Kunst  oder  Natur  geschehen  fein,  die  einzigen
waren,  die  belebt  wurden:  da  indessen  die  nämlichen
Früchte  von  einerlei  Schnure,  und  eben  derselben  Mutter, ¬
  wenn  sie  nicht  waren  befeuchtet  worden,  alle  mit
einander  ganz  unvermeidlich  verdarben.
Indem  nun  unser  scharffinniger  Herr  Abt,  diese
in  der  That  originellen,  und  erstaunenden  Versuche
machte,  wolte  er  auch  gerne  die  befruchtenden  Kräfte
der  Saamenfeuchtigkeit  dieser,  zu  seinen  Versuchen
bestimmten  Amphibien  kennen  lernen.
Zu  dieser  Absicht  zu  gelangen,  machte  er  verschiedne ¬
  Proben,  indem  er  die  Wirkung  der  Saamenfeuchtigkeit =
  bald  durch  eine  größere,  bald  durch  eine
kleinere  Menge  Wasser  schwächte,  oder  dieselbe  nur
in  einer  höchst  geringen  Menge  anwendete.  Die  Befruchtung ¬
  gieng  aber  gleichmäßig  eben  so  gut  von  statten, ¬
  wenn  die  Früchte  auch  nur  auf  einem  Punkte,
ihres  kleinen  Körpers,  damit  berührt,  als  wenn  sie
ganz  damit  benezt  wurden.  Dieses  so  sehr  kleine  Tröpfgen, ¬
  welches  doch  nur  so  groß  war,  daß  es  eine  Nadelspitze ¬
  bedekte,  hatte  eben  die  Kraft,  als  eine  weit
größre  Menge  dieser  Feuchtigkeit,  und  behielt  auch
feine  ganze  Kraft,  ob  sie  gleich  zuvor  durch  eine  ziemliche ¬
  Schleimmasse  durchdringen  muste.  Kurz,  einzige ¬
  drey  Gran  vom  Saamen  einer  Kröte,  oder  eines
Fro¬
            
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