vor ihrer Befruchtung.
17.
daß nur ein einziger Theil des Hühngens vorhanden
ist, so muß man auch alle die übrigen nach ganz nothwendigen ¬
Folgen zugeben. Die Hallerischen Beobachtungen ¬
zeigen uns ganz deutlich, wie Magen und
Gedärme des Hühngens, nichts anders als Verlängerungen ¬
der Häute vom Dotter sind. Man kann aber
ihr Daseyn nicht statt finden lassen, ohne anzunehmen,
daß eine Leber, Milchgefäße, Blut= und Schlagadern,
Herz, Knochen, Muskeln und Nerven, die freilich
nicht von fester Substanz sind, wie etwan in einem
schon ausgebildeten Hühngen, vorhanden seyn müssen, =
sondern wo die Festigkeit nach Verhältniß so groß
ist, wie sich jeder Theil im Zustande seiner Volkommenheit ¬
verhält.
Die Versuche des Abt Spallanzani's verbreiten ¬
noch mehr Licht über diesen Gegenstand. Er
zeigt ganz deutlich, wie die Larven von Fröschen, Kröten ¬
und Salamandern, die man unrechter Weise für
Eier gehalten hatte, gänzlich und in völliger Gestalt
Fötus oder Früchte sind, die sich, vor ihrer Herabsenkung ¬
in die Gebärmutter, in dem Eierstokke der Weibgen ¬
befinden, und also schon lange vor der Befruchtung ¬
darinne antreffen lassen. Er zeigt durch die allermühsamste ¬
Untersuchung, daß die noch unbefruchteten
Fötus, die im Eierstokke sind, völlig den befruchteten
gleichen; und zwar dergestalt, daß kein Unterschied unter =
ihnen zu finden ist, als etwan die Veränderung,
welche durch die Befruchtung gemacht wird: daß also
die Ersten, wie die Leztern, alle der Larve zuständige
Theile an sich haben, oder, daß sie selbst volkomne
Larven sind, und fölglich unter dieser Gestalt alle Theile
des Frosches, oder der Kröte, oder des Salamanders, ¬
einschließen; wie die Raupe im Eie alle Theile
des Schmetterlings, enthält.
Das