vor ihrer Befruchtung.
Nichts wird Freunde der Wahrheit besser überzeugen ¬
können, als das Werk: Betrachtungen
über die Natur organisirter Körper,
worinn Herr Bonnet alle logicalische und analytische ¬
Hülfsmittel zusammen nimt, um die Präexistenz der
Keime vor der Befruchtung fest zu setzen: Wenn man
hierauf die vortrefliche Abhandlung des großen Hallers ¬
vom bebrüteten Eie liest, und dann auf diese
die gegenwärtigen von Spallanzani folgen läst;
so wird man von dieser erwiesenen Wahrheit einen so
deutlichen Begriff nach aller Strenge erlangen, als
man nur von einer Naturbegebenheit bekommen kann.
Die Keime organisirter Körper präexistiren schon vor
der Befruchtung, und zwar präexistiren sie in dem
Weibgen. Die Erzeugung ist also blos eine Entwikkelung ¬
des organischen Ganzen, welches schon im
Eie, im Fötus, oder im Saamenkörngen präexistiret.
Haller hat dargethan, daß der Keim ein Theil
des Weibgens sei, indem er zeigte, wie die innere
Haut des Eidotters, eine Fortsetzung derjenigen Haut
sei, die das enge Gedärme, welches bis zu dem Magen ¬
und Maule fortgeht, bekleidet. Er hatte auch
nebst diesem gezeigt, wie die äußerliche Haut des Eidotters, ¬
eine Fortsetzung der äußern Haut des Gedärmes ¬
ist, das sich mit dem Gekrös und andern Theilen
mehr verbindet. Ja das Dotter hat seine Schlagund ¬
Blutadern, welche sich mit den Schlag= und Blutadern =
im Gekröse des Küchelgens vereinigen: eben
das nämliche Blut, das in dem einen circulirt, hat
auch seinen Kreislauf in dem andern, es kömt beides
aus einerlei Quelle, aus dem Herzen des Küchelgens;
es wird von einer und eben derselben Kraft, nämlich
von dem Triebe des Herzens, in Bewegung gesezt; ja
dieß