vor ihrer Befruchtung.
So ist zum Beispiel die Frucht (embryon) sowohl
der Pflanze als des Thieres, ein organisirter Körper
im Kleinen, welcher alle die Theile desselben, die er
künftig haben muß, in sich schliest: hier sieht man
schon die stolze Eiche, welche die Wolken zertheilen
wird, im vegetabilischen Schleime liegen, hier sieht
man sie mit ihrem Holze, ihrer Schale und Rinde, ihren ¬
Wurzeln und Aesten, ihren Blättern, Blüten un
Früchten, mit ihren Luftröhren und Gefäßen, im Kleinen =
zusammen gedrängt. So sieht man auch im Embryo =
den Menschen, mit seinem Herzen, seinen Schlagund ¬
Blutadern, Eingeweiden, Muskeln und Nerven,
Knochen und Sinnwerkzeugen, wie in einem Punkte
beisammen. Hier ist es nun, wo man diese Menge
Theile, auf eine so eigene und einzige Art geordnet, ¬
beisammen antrift, die ein Ganzes ausmachen,
welche die Existenz des Menschen, und künftig das
ganze Leben hindurch bestimmen werden; davon auch
kein Theil aus seiner Ordnung verrükt werden darf,
ohne daß nicht des Geschöpfes völliger Untergang daraus ¬
erfolgte, und die Vernichtung aller Wirkungen zu
befürchten stünde, welche lauter Folgen ihres Verhältnisses ¬
gegen alle andre Geschöpfe der Welt werden
solten. Dieses Geschöpf nun, das von Seiten seiner
Zusammensetzung, so erstaunungs= und bewundrungswürdig, =
so wichtig und berrachtungswürdig im Verhältniß =
gegen die ganze Welt, durch die Verbindungen ¬
mit andern Geschöpfen, zu achten ist; solte dieses =
Geschöpfe wohl nur als der Erfolg eines blinden
Zufals einer Einspritzung, die blos von verschiednen
Umständen abhienge, davon die meisten gänzlich unbekant ¬
sind, angesehn werden? Gewiß, wenn das
allergeringste und kleinste unsrer Werkzeuge, in demjenigen, ¬
der sie braucht, Verstand voraussezt, wenn
diese
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