Geschichte der organisirten Körper,
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Anatomie, als zur mehrern Aufklärung in der Physiologie ¬
angestelt worden waren. Es war unmöglich bei
dem ersten Entstehen einer Frucht großer Thiere gegenwärtig ¬
zu seyn. Man konte den Fötus, oder die Frucht,
eher nicht, als verschiedne Tage nach der Befruchtung,
erkennen: der so viel in sich fassende Augenblick war
nun einmal vorüber, man konte nun in dem, was er
bewirkt hatte, nicht mehr erkennen, was er gewesen
sein mochte; die Zweifel über das, was er sein solte,
und über das, was er hätte sein können, konten nun
nicht mehr bestimt werden: um aber gleichwohl Etwas
zu sagen, mußten Träume erdacht werden; man mußte
also um die Wahrheit herum irren, und da man sie
nicht erlangte, konte man sie nicht besser, als durch
mehr oder weniger gut ausgedachte Fabeln, ersetzen.
Allein, so viel Kräfte als man auch anwendete, so erlangte ¬
man doch nur Wahrscheinlichkeiten, die allzeit
desto gefährlicher waren, je mehr sie verführerisch, und
felglich zum Irrthum zu verleiten, geschikt waren.
Ob nun gleich die Anzahl der Systeme, welche man
die Phänomene der Erzeugung zu erklären erdacht hat,
sehr groß ist; wie denn überhaupt immer gegen einen
Weg, der zur Wahrheit führt, tausend sind, welche zum
Jrrthum führen; so können doch alle hieher gehörige Erklärungsarten =
auf zwei Haupt=Systeme eingeschränkt
werden, von welchen die übrigen nur Abänderungen =
sind.
Fürs erste kan man das aus der Erzeugung entspringende ¬
Wesen so betrachten, als wäre es durch die
Begattung, die ihm sein erstes Dasein gab, auch seinem ¬
ganzen Wesen nach erst entstanden; so daß es zuvor ¬
ganz und gar nicht vorhanden gewesen, und alle
seine Theile mit ihrer Verbindung und ihren Eigenschaf= ¬