Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

460  III.  Abhandlung.  Fünftes  Kapitel.
blos  mit  einer  Anhäufung  von  Benennungen  abgeben;
und  dieß  ist  nicht  etwan  nur  meine  Meinung,  sondern
es  ist  die,  welche  die  grösten  Gelehrten  geäußert  haben,
denen  der  glükliche  Fortgang  und  Wachsthum  in  Wissenschaften ¬
  und  Künsten  wahrhaftig  an  Herzen  liegt,
und  welche  andre  ermuntern,  denselben  zu  befördern,  ja
welche  auch  selbst  mit  glüklichem  Erfolge  alle  ihre  Kräfte
aufbieten,  um  ihren  Beitrag  auch  hierinne  zu  leisten:
indessen  muß  ich  auch  das  nicht  unbemerkt  lassen,  daß
diese  großen  Männer  die  Namenkenntniß  beinahe  zu
sehr  vernachläßigen  und  verachten,  da  sie  doch  der
Schlüssel  zu  den  drei  Naturreichen  ist:  dergleichen
Verachtungen  können  zwar  leicht  entstehen,  wenn  man,
durch  eine  mehr  kindische,  als  pralerische  Methode,
wie  andre  Briarees,  (Briarees)  die  ganze  unumfaßliche ¬
  Natur  in  kleine  trokne  Büchergen  einschließen, ¬
  und  nur  Erfinder  von  mannigfaltigen  Wörtern, =
  Namen  und  Redensarten,  ohne  irgends  eine
Entdekkung  zu  zeigen,  werden  will:  wenn  solche  Männer =
  ihre  Talente,  die  Natur  zu  untersuchen,  ihre  Reichthümer ¬
  auszuforschen,  und  das  Publikum  damit  zu  beschenken, =
  anwenden  wolten;  so  würden  sie  auch  ganz
gewiß  derjenigen  Wissenschaft,  zu  der  sie  sich  bekennen,
und  der  gelehrten  Republik,  von  der  sie  doch  Mitglieder ¬
  sein  wollen,  weit  mehr  Nutzen  schaffen  können.
Man  möge  doch  ja  nicht  diese  Art  zu  denken  für  übertrieben =
  halten,  denn  der  Herr  von  Alambert  nebst
dem  Herrn  Bonnet  haben  eine  gleiche  Gesinnung  in
folgenden  Worten  zu  erkennen  gegeben:  „Wir  wollen
„dem  großen  Haufen  von  Natürforschern  nicht  ähnlich
„wer=
            
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