Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

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Bemerkungen.
tigungen  fordert  einen  lebhaften  Geist,  der  an  Erfindungskraft =
  reich,  scharffinnig  und  höchst  aufmerksam
ist,  auch  keine  Bemühung  spart,  die  ihm  vorkommenden
Phänomene  recht  genau  zu  untersuchen,  sie  richtig  von
einander  zu  unterscheiden;  alle  diese  Eigenschaften  trift
man  aber  nur  sehr  selten  in  den  Verfassern  von  Wörterbüchern ¬
  an,  indem  diese  Männer  nur  vorzüglich  ein
gutes  Gedächtniß  nöthig  haben;  ja  darum  sind  wir
eben  gerade  an  dergleichen  Werken  so  reich,  als  wir
an  Beodachtungen  arm  sind.  Dennoch  aber,  weil
man  in  dieser  weitläuftigen  Wissenschaft  nur  Schritt
vor  Schritt  gehen  kan,  sind  diejenigen  Genies,  die  ihre
ganze  Aufmerksamkeit  auch  nur  auf  einen  gewissen  Theil
der  Raturgeschichte,  der  noch  dunkel  ist,  mit  allem  Eifer
anstrengen,  denjenigen  weit  vorzuziehen,  die  sich  nur
blos
Wissenschaften  zu  Göttingen,  so  rühmlich  geschitdert ¬
  hat,  bei  welcher  Gelegenheit  folgende  Bemerkung ¬
  gemacht  wird:  „Nach  unsers  großen  Erxlebens
„Meinung  ist  die  Naturgeschichte  nicht  ein  Wörter„buch =
  über  Pflanzen,  Thiere  und  Foßilien,  sondern
„eine  Naturlehre  derselben.  Daher  macht  uns  diese
„Lehre  mit  der  Struktur  dieser  Körper  bekant,  lehrt
„uns  ihre  Eigenschaften,  Untersuchung,  und  Nutzen
„kennen,  ohne  doch  dabei  die  äußern  Charaktere  zu
„vernachläßigen,  nach  welchen  sie  in  die  Verzeichnisse
„oder  Wörterbücher  eingetragen  werden  müssen.  Allein
„die,  welche  nur  diese  Wörterbücher  auswendig  wis„sen, =
  oder  sie  stets  in  Händen  haben,  irren  sich  sehr,
„wenn  sie  glauben,  daß  sie  das  große  Buch  der
Kästner  in  seiner  Ge„Natur ¬
  selbst  verstehen.
„dächtnißrede  auf  Joh.  Christ.  Erxleben,  Göt„tingen ¬
  1777.
            
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