456 II. Abhandlung. Fünftes Kapitel.
§. LVIII.
Mein Wunsch geht nun dahin, die Naturforscher
möchten ihre Untersuchungen künftig immer noch weiter
treiben, und die Naturlehre im Pflanzenreiche in ein
helleres Licht setzen. Die tiefen Nachforschungen eines
Grew, Malpighi, Hales, du Hamel, und
Bonnet, haben uns zwar die Holzgewächse sehr gut
kennen lernen, aber die Kräuterpflanzen, deren Anzahl
doch so unendlich groß und deren Kenntniß für uns so
sehr wichtig ist, hat man bisher noch immer mit ganz
wenigem Eifer auf die rechte Art untersucht. Dasjenige,
was wir in diesen Fache besitzen, ist höchstens ein weitläufiges =
Wörterbuch, worinne man Benennungen und
Beschreibungen äußerlicher Theile der Pflanzen antrift,
die sich auf das vom Verfasser eines solchen Registers
angenommene System gründen. Ich verwerfe zwar
ein solches Wörterverzeichniß gar nicht, ja ich halte es
für sehr nothwendig, denn man muß doch die Pflanzen
erst dem Nahmen nach kennen, ehe man sie untersuchen ¬
kan:*) ich will nur so viel sagen, daß, da das
Wör)Das ¬
Namenverzeichniß oder Pflanzenwörterbuch ist
nicht nur nothwendig, statt einer Grammatik der Naturgeschichte, =
zu brauchen, sondern man muß es auch,
um andre Kräuterkundige zu verstehen, inne haben.
Wenn man z. B. von Pflanzen oder Thieren redt,
die nicht die gemeinsten sind, so kan man sich keine
Jdee davon machen ohne sich der Benennungen aus
dem Natursystein des großen Linnee zu bedienen.
Denn der Fehler dieses Buchs ohnerachtet, kan man
doch, wenn man mit der Sprache aus diesem Buche
redet,