Full text : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

444  III.  Abhandlung.  Fünftes  Kapitel.
können,  eine  andre  und  ihren  Meinungen  ganz  entgegengesezte ¬
  anzunehmen,  und  ihre  Grundsätze  zu  widerlegen: ¬
  denn  überhaupt  scheint  es  mir,  als  hätte  Linnee
gar  keinen  Versuch  mit  dem  Hanfe  angestelt,  weil  er
sagt,  daß  durch  das  Ausreissen,  der  männlichen  Hanfpflanzen ¬
  vor  der  Blüte  der  weiblichen,  diese  leztren  sehr
wenige  oder  gar  keine  Körner  tragen:  diese  Meinung
aber  hält  gar  nicht  Stich,  wenn  ich  die  besondre  Fruchtbarkeit ¬
  aller  derjenigen  Hanfstauden  anführe,  die  ich
gänzlich  von  männlichen  Pflanzen  entfernt  erzogen  habe,
und  die  auch  den  Einfluß  des  männlichen  Blumenstaubes ¬
  ohnmöglich  genüssen  konten.  Die  Erfahrung  des
Landmanns  in  der  Gegend  um  Reggio  und  Modena
widerlegt  auch  sogar  die  Meinung  des  Linnee,  weil
diese  Leute  ihre  männlichen  Hanfstauden  zu  der  Zeit  erst
herausziehen,  wo  die  weiblichen  Pflanzen  noch  verschiedne ¬
  Wochen  wachsen,  und  dennoch  tragen  sie  ganz
reichlich  fruchtbaren  Saamen;  ich  berufe  mich  auf  eine
ähnliche  Erfahrung  im  §.  XXIV.
Nun  muß  man  meine  Erfahrungen,  die  ich  bei  dem
Hauf  gehabt  habe,  auch  mit  demjenigen  was  der
Upsaliche  Professor  über  diesen  Gegenstand  sagt,
gegen  einander  halten  und  hernach  erst  entscheiden: ¬
  ich  will  sodenn  mit  dieser  Entscheidung  den
Herrn  du  Hamel,  wegen  der  Spinatpflanze  belehren. ¬
  Wenn  die  Unfruchtbarkeit  dieser,  von  männlichen ¬
  gänzlich  abgesonderten  Pflanze,  das  Resultat ¬
  der  von  diesem  berühmten  Naturforscher  unternommenen =
  Versuche  gewesen  wäre;  so  würde  ich  dieselben
untersucht  haben,  um  ihnen  ihre  verdiente  Gerechtigkeit =
  wiederfahren  zu  lassen:  allein  er  führt  nichts  anders ¬

            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer