Bemerkungen.
441
Pflanzen in ihrem Wachsthume sich nicht so, wie
es hätte geschehen sollen, vervollkomnet, und auch
folglich solche gute Körner, wie auf dem Felde, wo
freie Luft und Licht unmittelbaren Einfluß auf sie macht,
nicht erzeugt hatten: welches mir um so viel mehr als
wahr vorkömt, da der Hanf, der sechs Wochen vor dem
andern blühet, ob er gleich des Blumenstaubes beraubt
geblieben war, dennoch gleich häufige, und große
fruchtbare Körner erzeugt hatte. §. XXIX. Es erfolgt
also aus den angestelten Beobachtungen des Hanfes,
Kürbisses und Spinats, wenn man sie gegen diejenigen ¬
hält, welche mit dem Basilikum, Bingelkraute,
Palm= und Therebintbaum, wie auch mit andern gemacht ¬
worden, daß es eine sehr große Anzahl Pflanzen
giebt, welche den Blumenstaub zu ihrer Befruchtung
nöthig haben, und, daß man auch deren viele antrift,
die ohne die Wirkung dieses befruchtenden Staubes
fruchtbar werden, und wenn wir izt gleich nur noch
eine sehr kleine Anzahl der leztern kennen, so darf man
gar nicht zweifeln, daß sie nicht, nach Verhältniß der
Beobachter, ihrer Talente, und ihres Scharfsinnes
zahlreicher werden solte, um diesen Theil der Pflanzenlehre =
recht zu ergründen.
§. L.
Allein da ich festsezte, daß es Pflanzen gäbe, die
ohne den männlichen Blumenstaub befruchtet würden,
verstoße ich wider die neuern Kräuterkundiger und
Naturforscher. Denn Cäsalpin und seine Nachfolger
nebst einer großen Anzahl der berühmtesten Naturforscher, ¬