Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Bemerkungen.
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Pflanzen  in  ihrem  Wachsthume  sich  nicht  so,  wie
es  hätte  geschehen  sollen,  vervollkomnet,  und  auch
folglich  solche  gute  Körner,  wie  auf  dem  Felde,  wo
freie  Luft  und  Licht  unmittelbaren  Einfluß  auf  sie  macht,
nicht  erzeugt  hatten:  welches  mir  um  so  viel  mehr  als
wahr  vorkömt,  da  der  Hanf,  der  sechs  Wochen  vor  dem
andern  blühet,  ob  er  gleich  des  Blumenstaubes  beraubt
geblieben  war,  dennoch  gleich  häufige,  und  große
fruchtbare  Körner  erzeugt  hatte.  §.  XXIX.  Es  erfolgt
also  aus  den  angestelten  Beobachtungen  des  Hanfes,
Kürbisses  und  Spinats,  wenn  man  sie  gegen  diejenigen ¬
  hält,  welche  mit  dem  Basilikum,  Bingelkraute,
Palm=  und  Therebintbaum,  wie  auch  mit  andern  gemacht ¬
  worden,  daß  es  eine  sehr  große  Anzahl  Pflanzen
giebt,  welche  den  Blumenstaub  zu  ihrer  Befruchtung
nöthig  haben,  und,  daß  man  auch  deren  viele  antrift,
die  ohne  die  Wirkung  dieses  befruchtenden  Staubes
fruchtbar  werden,  und  wenn  wir  izt  gleich  nur  noch
eine  sehr  kleine  Anzahl  der  leztern  kennen,  so  darf  man
gar  nicht  zweifeln,  daß  sie  nicht,  nach  Verhältniß  der
Beobachter,  ihrer  Talente,  und  ihres  Scharfsinnes
zahlreicher  werden  solte,  um  diesen  Theil  der  Pflanzenlehre =
  recht  zu  ergründen.
§.  L.
Allein  da  ich  festsezte,  daß  es  Pflanzen  gäbe,  die
ohne  den  männlichen  Blumenstaub  befruchtet  würden,
verstoße  ich  wider  die  neuern  Kräuterkundiger  und
Naturforscher.  Denn  Cäsalpin  und  seine  Nachfolger
nebst  einer  großen  Anzahl  der  berühmtesten  Naturforscher, ¬

            
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