fullscreen : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

438  III.  Abhandlung.  Fünftes  Kapitel.
sen  sein  wird,  und  man  würde  also  daraus  fälschlich
auf  den  völligen  Mangel  einer  Oeffnung  des  Pistills
schlüssen.  Man  kan  dieses  bei  den  Thieren,  und  vorzüglich ¬
  bei  verschiednen  Amphibien  sehen,  wie  zum  Beispiel ¬
  bei  den  Kröten,  Fröschen  und  Salamandern,  wo
man  bei  deren  Weibgen  in  der  Begattungszeit,  die
Eierstoksröhren  sehr  erweitert  findet,  da  dieselben  doch
in  den  andern  Lebensperioden  so  enge  angetroffen  werden, ¬
  daß  man  kaum  einen  schwachen  Faden  darein
bringen  kan.  Wenn  man  mich  aber  fragt,  welches
denn  die  rechte  Zeit  ist,  wo  die  Pflanzen  verliebt  sind,
um  dann  die  Oeffnungen  an  den  Pistillen  zu  suchen,  so
werde  ich  mit  dem  berühmten  Gleditsch  antworten,
daß  das  der  rechte  Zeitpunkt  ist,  wenn  die  feinen ¬
  Wärzgen,  die  um  das  Stygma  herumstehn,
mit  einer  zarten  Feuchtigkeit  benezt  sind,  die  derjenigen
gleich  kömt,  welche  die  Bläsgen  des  Blumenstaubes
von  sich  geben:  denn  dieses  ist  eben  der  rechte  Zeitpunkt,
in  welchem  die  Pflanzen  befruchtet  werden.
§.  XLVII.
Weiter  oben  in  vorigen  Paragraphen  habe  ich  gesagt, ¬
  daß  man,  statt  mit  dem  Staube  der  Bingelkrautblume ¬
  die  Oeffnung  des  Pistills  selbst  zu  berühren,
nur  dessen  Oberfläche  damit  leicht  bestreichen  solte
§.  XLVI.  aber  ich  wolte,  daß  man  auch  andre  Theile
damit  berührte,  um  zu  sehen,  ob  les  nicht  auch  glükken
solte,  wie  etwan  die  äußerste  Fläche  am  Griffel;  man
könte  ja  auch  die  Befruchtung  an  den  Blättern  der  Bingelkrautpflanze, ¬
  oder  an  den  Blättern  ihrer  Blume,
auch  an  den  Wurzeln  versuchen,  wie  Herr  Bonnet
sich
            
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