Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Bemerkungen.
431
die  Körngen  größer  wären,  dann  würde  auch  die  Weite
des  Kanals  beträchtlicher  sein.
Um  diese  Bemerkung  zu  ihrer  Gewißheit  zu  bringeu, ¬
  müste  man  Achtung  geben,  ob  alsdenn,  wenn  die
Pistille  das  Auge  keine  Hohlung  entdekken  lassen,  die
Körnergen  nicht  auch  unsichtbar  sein  würden.  Man
müste  die  Untersuchung  anstellen,  entweder  wenn  sie
offen,  oder  auch  wenn  sie  noch  verschlossen  wären.
Allein  wenn  diese  kleinen  Körnergen  noch  kenntlich  sind,
und  die  dazu  gehörigen  Pistille  zeigten  keine  Oeffnungen,
dürfte  man  doch  nicht  schlüssen,  daß  gar  keine  vorhanden ¬
  wären.
Der  berühmte  Linnee  zählt  in  seiner  sehr  schönen ¬
  Abhandlung,  die:  Begattungen  der  Pflanzen ¬
  (sponsalia  plantarum)  betittelt  ist,  und  welche  ich
für  die  beste  in  seinen  academischen  Ergötzlichkeiten ¬
  halte,  unter  verschiedne  Kennzeichen  auch
dieses,  daß  das  Weibgen  der  Pflanzen,  wenn  es  nach  dem
Männchen  Verlangen  trage,  den  Staubweg  eröffnet
gegen  die  männliche  Pflanze  gerichtet  habe,  und  ihn
auch  sogleich  verschließe,  wenn  das  Weibgen  vom  Männgen =
  befriedigt  worden  sei.  Gratiola,  sagt  er,  oestro
venereo  exagitata  pistillum  stigmate  hiat  rapacis  instar
draconis,  nil  nisi  masculinum  pulverem  affectans,  at
satiata  rictum  claudit.  Er  bedient  sich  eben  dieser  Ausdrükke =
  auch  bei  andern  Pflanzen.
Ich  will  nun  das  nur  erinnern,  daß,  wenn  man
nicht  gerade  den  Zeitpunkt  trift,  wo  die  Pflanze  von
Liebe  erhizt  ist,  die  kleine  Mündung  des  Pistills  entweder ¬
  noch  nicht  eröfnet,  oder  schon  wieder  verschlossen ¬

Ee  4
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer