Bemerkungen.
421
der weibliche Baum gar bald Früchte, und reife Körner ¬
trug: allein folgendes Jahr wurde dieser aufs neue
unfruchtbar, weil der männliche Baum, der in einem
Gefäße stand, wieder an seinen vorigen Ort zurük gebracht ¬
worden war. *)
§. XLIII.
Der rühmliche und glükliche Versuch, den Gleditsch ¬
mit der Schirmpalme (Chamaerops) gemacht hat,
ist sattsam bekannt: dieser Palmbaum stand im königlichen ¬
Garten zu Berlin, und hatte, ob er gleich vierzig ¬
Jahr alt war, noch nie Früchte getragen. Dieser
scharffinnige Naturforscher fiel gar bald darauf, daß
es daher kommen müsse, weil im ganzen Garten kein
einziger männlicher Palmbaum befindlich war, und
weil es auch nicht thunlich war, einen solchen dahin
bringen zu lassen, so verschafte er sich von einem männlichen ¬
Baume dieser Art eine Parthie Staub, und
puderte damit die Blumen seines weiblichen Palmbaums, ¬
die nachher zu rechter Zeit ihre Früchte brachten. ¬
Die in die Erde gesäeten Kerne giengen auf, und
wurden zu jungen Palmbäumen, da indessen die andern
Blüten dieses Baums, welche von dem Staube nicht
waren getroffen worden, ihre Früchte abfallen ließen:
in den wenigen, die auch angesezt hatten, waren keine
Kerne, und waren auch keine befruchteten. **) Ueberdies ¬
muß man noch anmerken, daß der angewendete
Staub
*) Physique des Arbres, T. I.
) Mem. de l'Academ, de Berl. 1767.