Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

422  III.  Abhandlung.  Fünftes  Kapitel.
kung  hatte  äußern  können;  dieser  berühmte  Naturforscher ¬
  war  aber  nicht  darauf  bedacht,  seine  Beobachtung ¬
  weiter  zu  treiben,  dieser  kleinen  Körner  Innerstes
zu  untersuchen,  und  ihre  Entwikkelung  durch  eine
fortgesezte  Beobachtung  zu  verfolgen.  Herr  Bonnet
aber  sahe  die  Wichtigkeit  dieser  Entdekkung  ein;  er
dachte  dieser  Erscheinung  der  Körnergen  nach;  er  sahe
im  Geist  organische  Körper,  die  schon  im  Kleinen  das
waren,  was  sie  im  Großen  werden  musten;  er  sahe,
daß  ihre  Theile  lauter  organische  wären,  wie  etwan
alle  Theile  eines  Eies,  schon  vor  der  Befruchtung,  ihre
organische  Verbindung  selbst  haben.  Er  urtheilte  ganz
recht,  daß  man  in  den,  von  dem  dänischen  Naturforscher ¬
  gezeigten  kleinen  Erbsenkörngen,  das  Pflänzgen ¬
  mit  seinen  Saamenblättern  antreffe,  wie  man  im
Eie  den  Embryon  mit  seinen  Hüllen,  oder  Häuten  vorfindet. ¬
  Er  hielt  sich  also  volkommen  berechtigt,  den
Schluß  zu  machen,  daß,  wie  die  Körngen  der  Erbsen,
bei  dem  Aufblühen  der  Blumen  dieses  Gewächses,  präexistiren, ¬
  und  folglich  schon  bei  der  Wirkung  des  Blumenstaubes ¬
  vorhanden  sein,  ebenfals  auch  der  Embryon ¬
  und  seine  Saamenblätter  darinne  enthalten  sein
müsten  *).  Dieser  Schluß  ist  beinahe  eben  derselbe,
welchen  ich  aus  meinen  zahlreichen  Beobachtungen  gezogen ¬
  habe.  §.  XXXIX.
Man  wird  mich  vielleicht  fragen,  ob  ich  denn,
nach  dem  gegebnen  starken  Beweise  der  Präexistenz
der
)  Palingenesie,  T.  I.  p.  420.  et.  421.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer