Fünftes Kapitel.
418 III. Abhandlung.
Reaumür solches zuerst, und dann tausend andre
nach ihm beobachtet haben.
Durch Hülfe des Feuers bin ich noch von einer
andern wichtigen Wahrheit überzeugt worden; ich habe
nämlich, vermittelst des Kochens, den Punkt der Materie, ¬
wovon wir nur erst geredt haben, oder des Embryons, ¬
noch einige Tage zuvor, ehe er sichtbar wird,
entdekt. Ich habe ihn nicht nur in den Körnern, die
mit der Feuchtigkeit angefült sind, worinne der Embryo ¬
schwimt, gesehn, sondern auch in andern, wo
dieselbe hart ist; ich nahm aus ein und eben demselben
Saamenbehältnisse verschiedne Körner, lies einige nur
ganz wenige Augenblikke kochen, andre aber lies ich
ungekocht, in den lezten ungekochten, konte ich den
Embryon nicht erkennen, aber in den ersten, welche
einige Kochung erlitten, konte ich ihn sehr gut sehen;
weil das kochende Wasser das Partikelgen, welches
den Embryon in sich hält, steif und undurchsichtig gemacht ¬
hatte: welches aber in den ungekochten Körnern ¬
nicht möglich war, weit sie flüssig und durchsichtig ¬
sind.
§. XXXIX.
Endlich wendet man noch ein, daß, weil der Embryon ¬
in den Körnern ganz abgesondert angetroffen
wird, es auch glaublich wäre, daß derselbe mit jenen
in keiner solchen genauen Verbindung stehe, und der
Embryon nur blos als ein Resultat der Säfte,
worinne er schwimme, angesehen werden könne: es ist
auch wahr, daß es mir selbst bisweilen so vorgekommen ¬