408 III. Abhandlung. Viertes Kapitel.
Fenster stelte ich zwei weibliche Pflanzen, die ich eben
zu der Zeit wie die erstern in zwei besondre Gefäße
gepflanzt hatt: beide Fenster dieses Zimmers hatten
auch einerlei Lage und Richtung: alle vier Stökgen
meiner Pflanzen waren von einerlei Alter und Größe:
die männlichen blüheten eben zu der Zeit, wo die weiblichen ¬
ihre Blüthen zeigten. Nun versprach ich mir,
daß diese weiblichen Blüthen, da sie in so naher Nachbarschaft ¬
der männlichen standen, gewiß von diesen
zwei Pflanzen befruchtet werden solten: allein die Körner ¬
fielen ab, doch aber nicht so häufig als in jenem
Falle, wo die Pflanzen weiter aus einander standen
§. XXXIII. und diejenigen, welche sitzen blieben, machten ¬
Mine, als wenn sie reifen wolten: und sie wurden =
auch in der That reif, und waren fruchtbar gemacht ¬
worden: denn da sie gesäet waren, giengen sie
auf. Hatte es also nicht völlig das Ansehn, daß die
nahe Nachbarschaft der männlichen Pflanzen einen großen ¬
Einfluß auf die Befruchtung der Körner gehabt
hätte? und daß auch dieser Einfluß durch nichts anders, ¬
als durch die Wirkung des Blumenstaubes
der männlichen Pflanzen verursacht worden sei?
§. XXXV.
Dieser Versuch veranlaste noch einen andern:
nämlich, nun wolte ich die männlichen und weiblichen
Pflanzen noch näher zusammen bringen; ich sezte nun
beide Arten in ein und eben dasselbe Fenster neben einander: ¬
der Einfluß dieser noch nähern Nachbarschaft
war auch gar keinem Zweifel mehr unterworfen, die
beiden weiblichen Pflanzen behielten alle ihre Körner,
die