396 III. Abhandlung. Viertes Kapitel.
Um nun also meinen Endzwek zu erreichen, so
brachte ich, sobald nur die Gefäße in die Kammer waren, ¬
die zwei zum Theil mit Blumenknospen ganz bedekten ¬
Zweige der beiden Pflanzen in zwei weite langhälsigte ¬
gläserne Flaschen, die ich mit Baumwachs, ohne
den Pflanzen zu schaden, auf das Beste verklebte.
Wenn ich mich durch die Worte aufs Beste ausdrükke, ¬
so will ich blos sagen, daß ich durch den Kitt
die Gemeinschaft der äußern Luft mit der innern in
der Bouteille unterbrochen habe, und ich bekam auch
davon einen richtigen Beweis. Denn ich hatte in die
Bouteille nebst dem Zweige, eine Glasröhre vier Zoll
lang hineingebracht, und dieselbe zugleich nebst dem
Zweige mit dem Kitt gut verwahrt: diese Röhre war
so lang, daß das andere Theil außer der Bouteille über
vier Fuß hielt, davon das Ende in eine Schüsfel mit
Wasser wenigstens vier Zoll tief hinein ging. Durch
diese Röhre saugte ich ein wenig Luft heraus, und das
Wasser stieg sogleich sieben viertel Fuß hoch, um die
Stelle der ausgesaugten Luft einzunehmen; es blieb
auch unverändert bei dieser Höhe stehen, die Veränderungen ¬
ausgenommen, die der Schwermesser anzuzeigen ¬
pflegte. Die Unveränderlichkeit in dem Stande
des Wassers beweiset unwidersprechlich, daß die äußere
Luft mit der inneren der Bouteille keine Gemeinschaft
habe: denn die geringste Menge der in die Bouteille
eingedrungenen Luft würde den Stand des Wassers
in der Röhre verändert, und also niedriger gemacht
haben. Ich muß freilich bekennen, daß ich meine Vorrichtung ¬
oft zu verändern genöthigt wurde, ehe ich
völlig damit zu Stande kommen konte; aber durch diese
Er¬