Ueber bie Erzeugung verschiedner Pflanzen. 389
sacht würde, die nach Art der Bienen in die Blumen
hineinkriechen, und ihren Körper mit dem Blumenstaube ¬
bedekken; tragen diese Thiergen sodenn diesen
Staub in andre ähnliche weibliche Blumen, so befruchten ¬
sie diese dadurch. Es war mir auch dieses nicht
schwer zu glauben, weil ich selbst künstliche Befruchtungen =
verschiedner Pflanzen gemacht hatte, und deren
auch noch mehrere anzustellen gesonnen war: ich verwahrte ¬
demnach zwei weibliche Blumen in zwei gläsernen ¬
Gefäßen, die durchaus keine Oeffnung hatten: die
von diesen zwei Zweigen entstandene Ausdunstung verursachte ¬
eine solche Befeuchtung an der innern Seite
des Glases, daß die davon entstandnen Strôme die
Blumen in drei Tagen gänzlich verdarben: dieser fatale
Zufall machte, daß ich auf allerlei Mittel diesem Uebel
auszuweichen bedacht war: ich stelte izt meine Blumen
so, daß sie den Boden der Gläser nicht berührten, sondern ¬
gleichsam in der Luft schwebten, daß also auch
durch diese Erfindung die Blumen nur leicht befeuchtet,
und dadurch gesund erhalten werden konten. Jch erhielt =
meine Blumen in solcher Verfassung eilf ganzer
Tage, nämlich von der Zeit an, wo sie aufbrechen wolten, ¬
bis dahin wo sie vertroknet waren: dabei ist noch
zu merken, daß die kleinen Melonen immer gewachsen
waren: da nun an keinen herbeigetragnen Blumenstaub
weiter zu gedenken war, so nahm ich am zwölften Tage
meine Gläser weg, und ließ die kleinen Melonen der
freien Luft ausgesezt, wosie auch bis zu ihrer völligen
Reife nämlich bis zum 8ten September gelassen wurden. ¬
Diese Früchte waren von sehr gutem Ansehnund ¬
ihre Kerne hatten auch das Pflänzgen mit seinen
beis
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