Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Drittes  Kapitel.
388  I.  Abhandlung.
gebracht  worden  wäre;  denn  ich  hatte  mit  Fleiß  das
Land  um  Scandiano  dazu  gewählt,  wo  in  der  ganzen
Gegend  kein  solcher  Kürbis  noch  eine  ähnliche  Pflanze
zu  finden  war:  woraus  also  folgt,  daß  die  Embryonen
und  ihre  Befruchtung  nicht  vom  Staube  der  Antheren
herühren.
S.  XXII.
Alle  diefe  Verfuche  machte  ich  auch  mit  einer  Wassermelone, ¬
  die  ich  zu  Ende  des  Frühlings  1779  in  eben
dem  obgedachten  Garten  pflanzte,  wo  ich  auch  die  Kürbiskerne ¬
  gesäet  hatte:  ich  vernichtete  die  männlichen  Blumen, ¬
  so  bald  nur  ihre  Knospen  zum  Vorschein  kamen,
und  ließ  nur  etliche  weibliche  am  Stokke  stehen.  Ob
nun  gleich  diese  Pflanze  ganz  abgesondert,  und  auch
nicht  zu  fürchten  war,  daß  sie  irgends  durch  fremden
Blumenstaub  befruchtet  werden  möchte;  so  wolte  ich
doch  noch  ein  neues  Verwahrungsmittel  anwenden,
welches  denjenigen,  die  von  der  Nothwendigkeit,  bei  solchen ¬
  Beobachtungen  alle  mögliche  Vorsicht  anzuwenden,
überzeugt  sind,  nicht  unnöthig  scheinen  wird.  Ich
nahm  mir  nämlich  vor,  die  Aeste  der  Melone  mit  den
weiblichen  Blumen,  wenn  sie  im  Aufbrechen  waren,  in
große  Glasgefäße  zu  thun,  und  deren  Oeffnungen  mit
einem  Kitt  fest  zu  verwahren,  damit  durch  dieß  Mittel,
der  Zugang  aller  äußern  Luft,  vermittelst  welcher  etwan
der  Blumenstaub  zugeführt  werden  könnte,  abgehalten
würde.  Dieses  Mittel  beugte  noch  einem  andern  Zweifel ¬
  vor,  den  viele  Kräuterkundigen  machen,  welche  sogar ¬
  glauben,  daß  die  Befruchtung  einiger  Pflanzen
bisweilen  durch  Vermittelung  gewisser  Insekten  verursacht ¬

            
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