Objekt : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Ueber  die  Erzeugung  verschiedner  Pflanzen.  383
Blumen,  von  denen,  die  weibliche  trugen,  unterscheiden
konte.  Die  männlichen  haben  einen  zarten  Stiel,  wenigstens ¬
  ist  er  nicht  aufgetrieben,  dahingegen  die  weiblichen ¬
  Blumen  mit  einem  Stiele  versehen  sind,  der  nahe
am  Blumenkelche,  da  wo  nachher  der  Kürbis  sich  zeigtaufgeschwollen ¬
  ist.
Diese  beiden  Pflanzen  besüchte  ich  alle  Tage,  um
ihre  Blumen  recht  genau  zu  beobachten  und  genau  zu
untersuchen,  damit  ich  die  männlichen  Blumen  gleich,
wenn  sie  nur  zum  Vorschein  kämen,  vernichten  könte,
weil  ich  ganz  sicher  sein  wolte,  daß  der  Staub  von  den
Antheren  keinen  Einfluß  auf  die  weiblichen  Blumen
hätte;  und  da  es  ausgemacht  ist,  daß,  je  weniger  der
Früchte  auf  einem  Gewächse  sind,  desto  schöner  auch
diese  werden,  so  ließ  ich  nur  zwei  Blumen  auf  jeder
Pflanze  stehen,  und  brach  alle  andre  weibliche  Knospen,
eben  so  wie  die  männlichen  ab.  Diese  vier  Kürbse  wuchsen =
  ganz  vortreflich,  und  hatten  gegen  die  Mitte  des
Septembers  fast  ihre  völlige  Größe  und  Reife  erlangt:
nunmehr  brach  ich  den  einen  von  dem  Stiel  ab,  um
ihn  innerlich  zu  untersuchen:  das  Fleisch  dieses  Kürbses
fand  ich  zart,  und  hatte,  weil  er  noch  eben  nicht  gar
zu  reif  war,  die  Farbe,  Struktur  und  Geschmak  derjenigen =
  Art,  wo  man  die  männlichen  Blumen  nicht  abgebrochen =
  hatte.  Die  Kerne,  welche  in  großer  Menge
vorhanden  waren,  schienen  äußerlich  und  innerlich  recht
gut  zu  sein,  ausgenommen,  daß  die  beiden  Saamenlappen ¬
  mit  ihrem  Pflänzgen  die  Höhle  des  Kernes  nicht
gänzlich  fülten,  weil  dieselben  noch  nicht  zu  ihrem  völligen ¬
  Wachsthume  gelangt  waren.  Zu  Ende  des  Septembers ¬

Bb2
            
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