Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Ueber  die  Erzeugung  verschiedner  Pflanzen.  379
Diese  leztern  und  die  Staubfäden  sind  sehr  gut  zu  erkennen, ¬
  schon  zwölf  Tage,  ja  wohl  noch  früher,  ehe
sich  die  Blumen  eröffnen,  wenn  man  nur  behutsam
die  Blätter  davon  absondert;  in  eben  der  Zeit  sind  die
Körner,  deren  an  der  Zahl  viere  sind,  in  den  Eierstökken ¬
  verborgen;  sie  haben  die  Gestalt  eines  Eies.  Izt
sind  sie  dicht,  und  bleiben  auch  etliche  Tage  nach  dem
Abfallen  der  Blumen  so  beschaffen;  indem  sie  aber  wachsen, ¬
  fangen  sie  auch  an,  die  kleine  schon  oben  bei  andern ¬
  Pflanzenkörnern  oft  erwähnte  Höhle  zu  zeigen.
Nach  Verlauf  etlicher  Tage,  bemerkt  man  in  dieser
Höhle  oder  Vertiefung  einen  Punkt  von  Materie,  der
unorganisirt  zu  sein  scheint,  welcher  auch  gar  bald  die
beiden  Saamenlappen  (lobes)  nebst  ihren  Pflänzgen
zu  erkennen  giebt.  Indem  nun  aber  das  Pflänzgen
mit  den  beiden  Saamenlappen  (lobes)  wächst,  nehmen ¬
  diese  Körpergen  die  ganze  Höhle  des  Körngens
ein.  So  ist  also  das  Verfahren  der  Natur  in  den  Basilikum-Blumen ¬
  beschaffen,  auf  welche  man  den  Antherenstaub ¬
  geschüttelt  hat;  und  eben  dieses  habe  ich
auch  bei  andern  Pflanzen  bemerkt.
§.  XVII.
Nunmehr  wollen  wir  auch  Achtung  geben,  was
denn  mit  den  Embryonen  vorgeht,  die  keinen  Befruchtungsstaub ¬
  von  den  Antheren  bekommen.  Allzeit,  wenn
die  Blumen  auf  dem  Punkt  waren,  aufzubrechen,  schnitt
ich  die  vier  Antheren  ab,  die  zu  der  Zeit  voll  reifen
Staubes  waren:  allein  ich  war  mit  dieser  Operation
noch  nicht  zufrieden,  weil  auch  der  Duft,  der  von  dem
Staube  aufsteigt,  sehr  fein  ist,  §.  XV.  und  nach  der
Kräuter-
            
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