Inhaltsverzeichnis : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

370  III.  Abhandlung.  Zweites  Kapitel.
einem  kleinen  häutigen  Säkgen  sehr  vermehrt  an,  da,  wo
das  Kerngen  spitzig  war,  schien  es  ein  festes  und  hartes
Partikkelgen  und  einem  Kegel  ähnlich  zu  sein;  welches
eigentlich  der  Embryon,  oder  das  Pflänzgen  in  seiner
kleinen  Gestalt  ist,  aber  dieses  recht  gut  zu  erkennen,
wird  alle  mögliche  Aufmerksamkeit  erfordert:  die  beiden
Saamenblätter  bleiben  am  Pflänzgen  hängen,  sie  sind
weiß  und  etwas  größer,  als  dasselbige  ist,  das  erwähnte
Schleimkörpergen  geht  zwischen  durch,  und  verliehrt
sich,  um  sich  mit  dem  Pflänzgen  selbst  zu  verbinden.  Man
kan  jezt  schon  die  fernern  Veränderungen  im  voraus
sehen,  welche  die  kleinen  Kerne  nun  erleiden  werden:
die  schleimigte  Substanz  verbreitet  sich  mehr,  das
Pflänzgen  wird  größer,  die  beiden  Saamenblätter
(lobes)  nehmen  an  Masse  so  zu,  bis  sie  endlich  allen
Raum  der  Kerne  erfüllen.
Hieraus  nun  folgt  ganz  offenbar,  daß  ich  mich
sehr  würde  betrogen  haben,  wenn  ich  den  Kern,  welchen =
  man  im  Saamenkörngen  vor  dem  Aufblühen  der
Blumen  antrift,  für  die  beiden  Saamenblätter  nebst
ihrem  Pflänzgen  (lobes)  gehalten  hätte,  weil  diese  nicht
eher,  als  erst  nach  einem  ganzen  Monathe  der  Verwelkung ¬
  der  Blumen,  erkant  werden  können.
§.  XII.
Die  gemeine  Gurke  (Cucumis  sativus,  le  Concombre
ordinaire.)  Die  bei  dieser  Frucht  gemachten  Beobachtungen ¬
  kommen  in  allen  Stükken  mit  den  Kürbiskernen, ¬
  theils  wegen  der  Erscheinung  des  Kerns  vor  der
Befruchtung,  theils  wegen  des  kleinen  Säkgens,  oder
des
            
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