368 III. Abhandlung. Zweites Kapitel.
men und Zeigefinger gemachten Druk gegen die Seite
des Schnittes, den Kern aus der Schale heraus zu
drükken.
Wenn man das Körngen aus seiner Schale gänzlich ¬
heraus nimt, ist es einer Birne mit ihrem Stiele
ähnlich. Es hat von dem Pflänzgen mit seinen Seitentheilen ¬
oder Saamenblättern (lobes) alle Aehnlichkeit:
aber nun fragt sichs, verhält es sichs denn völlig auf diese
Art? erscheint das Pflänzgen vor der Befruchtung? ich
muß gestehen, daß dieser Versuch von Beobachtungen
über die Kürbisblüten diese Idee bei mir erwekte.
Allein es fiel mir dieser Zweifel ein, nämlich, daß
doch in andern Pflanzen, die Saamenblätter (lobes)
sich leicht in zwei ja auch in vier Theile absonderten
§. VIII; in diesem Falle aber sonderte sich der Kern
nicht ab, sondern stelte ein eigenes Ganzes vor. Um
nun aus dieser Schwierigkeit zu kommen, entschloß ich
mich zu mehrern Beobachtungen: ich untersuchte also
Knospen, die etwas größer waren als die vorigen, und
da fand ich den Kern so sehr an seiner Schale fest sitzen,
daß ich einige Gewalt nöthig hatte, ihn loszureissen.
Die Rinde aber kam mir nun weit zusammengesezter
vor, als se vorher zu sein schien.
Ich fand, daß sie aus drei über einander liegenden ¬
Häuten oder Schichten bestand, das äußerste Häutgen =
war überaus fein und zart, das war das Oberhäutgen =
des Körngens. Die drauf folgende Schicht
oder Schale, war dikker, weisser, härter, fast holzartig: =
sie war von der dritten, die unmittelbar den Kern
um¬