Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

364  II.  Abhandlung.  Zweites  Kapitel.
und  der  spitzige  oberwärts  gekehrt  ist:  oder  nach  unsrer ¬
  Benennung  ist  dieser  Theil  der  Eierstok.  Wenn
man  dieses  Pistill  der  Länge  nach  öffnet,  lassen  sich
darinne  zwei  kleine  spitzige  dichte  grüne  Körnergen,  schon
zwölf  bis  vierzehn  Tage  vor  der  Befruchtung,  antreffen. ¬
  Während  der  Zeit  die  Blume  vollkommen  wird,
nimt  auch  das  Pistill,  nach  unsrer  Sprache,  Eierstok  in
seiner  Größe  zu,  und  verwandelt  sich  in  einen  Beutel,
an  welchem  die  kleinen  Körnergen  befestigt  sind.  Fünf
oder  sechs  Tage  nach  der  Befruchtung  /  lassen  die  kleinen =
  Körnergen  auch  allmählig  die  Höhle,  von  welcher
ich  so  oft  Erwähnung  gethan  habe,  entdekken,  auf
deren  einer  Seite  man  bald  hierauf  die  zwei  sehr  kleinen ¬
  Seitentheile  (lobes)  angewachsen  findet,  welche
sodenn  das  in  ihnen  verwahrt  gelegene  Pflänzgen  dem
Auge  darstellen;  sie  ist  mit  einem  gallertartigen  Gewebe
an  die  Körner  befestigt:  Hierauf  bekomman  alle  diese
Theile  in  der  Hülfe  der  Körner  eine  weitere  Entwikkelung. ¬

§.  X.
Chinesischer  Schwertel  (Ixia  chinensis).
Wenn  man  den  Eierstok  in  der  allerkleinsten  Knospe
dieser  Pflanzen  der  Länge  nach  eröffnet,  so  ist  dessen
Gestalt,  wie  ein  länglichter  Körper,  der  in  der  Mitte
hervorragt,  beschaffen:  man  findet  die  kleinen  Körner
in  ihrer  natürlichen  Ordnung  liegen,  sie  haben  die  Gestalt
einer  Birne,  und  sind  durchaus  in  ihrer  Substanz  dichte
Körpergen:  und  alles  dies  trift  man  eben  so  beschaffen  an,
wenn  auch  gleich  die  Blumen  schon  offen,  ja  auch  abgefallen ¬
  sind:  die  kleine  Höhle  entsteht  erst  neun  bis
zehn
            
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