Ueber die Erzeugung verschiedner Pflanzen. 363
zu der Zeit dicht und bleiben es zwölf, ja wohl
vierzehn Tage lang. Wenn die Blumen verwelkt
sind, so wird man die sehr kleine Höhle oder
Vertiefung, von der ich öfters gesprochen habe, gewahr,
die auch zu der Zeit fast ganz mit einer Feuchtigkeit
angefült ist: und die Vertiefung nimt zu: zwanzig Tage ¬
nach dem Abfallen der Blüte, nimt sie beinahe den
ganzen innern Raum der nun viel größern Körner
ein, drei oder vier Tage nachher sieht man die beiden
Seitentheile des Saamenkornes, in durchsichtigen
Schleim eingewikkelt liegen, man entdekt auch bald
darnach inwendig eine Art schleimigten Häutgens, das
auf einer Seite an dem Pflänzgen, und auf der andern ¬
Seite an der innern Höhle des Körngens anhängt.
Wenn nun hierauf die Körner reif werden, so findet
man die Saamenlappen (lobes) vergrößert. Sie nehmen ¬
beinahe die Gestalt einer Birne mit ihrem Stiele
an, vermittelst dessen sie sich an die hohle Seite
des Korns anhängen. Wenn man diese Seitentheile
hinweg nimt, und mit Sorgfalt untersucht, so wird
man gewahr, daß dieser Stiel ein Theil des Pflänzgens
ist; sodenn findet man hier, nicht wie in andern Pflanzen ¬
nur zwei, sondern vier Theile, die sich zusammen
vereinigen, und mit dem Pflänzgen zusammenhängen: ¬
so, daß man sie für ein ganzes Körpergen halten ¬
kan.
6. K.
Kicher=Erbsen (Cier arietinum. Le Pois chiche).
In den Blumen dieser Pflanze stelt das Pistill einen
kleinen Kürbis vor, davon der dikke Theil unterwärts
und