Ueber die Erzeugung verschiedner Pflanzen. 361
§. VII.
Meine Beobachtungen über die Erbsen und Bohnen ¬
(Pisum fatiuum, Dolichos unguiculatus), werde ich
alle zusammen nehmen, daß man sie mit einem Blikke
übersehen kan, denn die Resultate, welche diese beiden ¬
Pflanzen geben, sind sich völlig ähnlich. Ich will
also nur vor allen andern anzeigen, daß die kleinen
Körner in den Eierstökken schon gestaltet sind, wenn
auch ihre Blumen noch ganz zart sind, oder auch, wenn
ihre Knospen kaum dem blosen Auge sichtbar sind; denn
aber sind diese kleinen Körper nur von einer gleichartigen ¬
dichten Substanz, ohne eine innerliche Höhle: dieses ¬
sieht man noch so, wenn gleich die Körner doppelt
größer worden sind, und der Blumenstaub seine Reife
schon erlangt hat. Die Höhle der kleinen Körner fängt
sich erst an zu zeigen, wenn die Blumen schon etliche
Tage verwelkt sind: zehn bis zwölf Tage darnach, sieht
man auch in der nun vergrößerten Höhle einen weißlichten ¬
schleimigten Punkt, der schon die Grundlinten
und den ersten Stoff zu den beiden Theilen (lobes)
die das Pflänzgen zwischen sich enthalten, vorstellet,
wie sich denn auch das Pflänzgen mit einer guten Linse
schon itzo entdekken läst. Mit Verlauf der Zeit wachsen ¬
Pflänzgen und ihre beiden sie einschließenden Theile,
wie auch die Körner, worinne sich diese Seitentheile
(lobes) befinden.
Diese Beobachtungen über die Erbsen und Schminkbohnen, =
wie auch die über die Geniste und gemeine Bohne ¬
beweisen, daß die Körner, oder ihre Hüllen, schon bei
der Befruchtung präexistiren, und das Pflänzgen mit
sei¬