Ueber die Erzeugung verschiedner Pflanzen. 357
ten Vertiefung liegende Körpergen, schien nun auch
weit mehr zugenommen zu haben, weniger durchsichtig, ¬
weniger gallertartig zu sein: aber man entdekte
noch keine Organisation oder deutliche Bildung in desem ¬
Körpergen.
Am vierzigsten Tage war die oftgedachte Vertiefung ¬
an den Körnern viel größer anzutreffen, und mit
dem Körpergen, dessen ich so oft erwähnt habe, ganz
angefült; dieses Körpergen soll nun beschrieben werden.
Izt traf ich es mit einer feinen Haut überzogen an, die
etwas klebrigt, und sehr leicht zu zerreissen war: wenn
diese Haut abgenommen, und das Körpergen entblöst
war, fand ich es sehr lebhaft grün: es ließ sich mit
einer spitzigen Nadel sehr leicht in zwei Theile zerlegen,
die wie zwei kleine flache runde tellerförmige Körpergen
aussahen, zwischen welchen man das in der Tiefe liegende ¬
kleine Pflänzgen, angehängt entdekken konte,
Die beschriebnen tellerförmigen (lobes) kleinen Theile
waren mit der äußersten Haut des Saamens oder
Fruchtkörngens, durch welche sie verwahrt werden,
überzogen.
Es wird nun nicht mehr schwer zu errathen sein,
was in den Schoten, die ihre völlige Reiffe erlangt
haben, vorgegangen ist; man erblikt nämlich nunmehr
das kleine Pflänzgen, wie es sich entwikkeln will, und
eine gewisse Dichtigkeit und Festigkeit annimt: So ist
nämlich alles beschaffen, wenn die Saamenkörner
reifen.
§. V.
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