Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

356  III.  Abhandlung.  Erstes  Kapitel.
eilften  Tage  an,  ließ  sich  Veränderung  antreffen,  die
Körner  sind  nun  nicht  mehr  so  rund,  sondern  haben
mehr  die  Gestalt  eines  Herzes,  dessen  breiter  Theil
durch  einen  Stiel  mit  der  Schote  zusammen  hängt,
und  an  der  Spitze  des  Körngens,  zeigt  sich  ein  weisser
Punkt,  der  beim  Anfühlen  beweglich  zu  sein  schien.
Wenn  man  das  sogenante  Herz  oder  Körngen  in  der
Länge  zerschneidet,  und  es  innerlich  untersucht,  sieht
man,  daß  gedachter  Punkt  eine  sehr  kleine  Höhle  ist,
die  ein  ganz  klein  Tröpfgen  Feuchtigkeit  enthält,  die
sich  bewegt,  wenn  man  sie  mit  dem  Finger  berührt.
Am  ein  und  zwanzigsten  Tage,  nachdem  die  Schoten ¬
  ihre  Blätter  verlohren  haben,  ist  die  Vertiefung,
die  sich  unter  der  Spitze  des  Herzens  sehen  ließ,  indem
sie  sich  gegen  den  untersten  breiten  Theil  zog,  größer
worden:  diese  war  mit  durchsichtiger  Feuchtigkeit  angefült, ¬
  die  den  schwammigten  Theil  des  Saamenkörngens ¬
  benezte.  Diese  Vertiefung  war  am  fünf  und
zwanzigsten  Tage  noch  größer  worden,  und  war  izt
ganz  mit  Feuchtigkeit  angefült,  aber  es  zeigte  sich  nunmehr ¬
  auch  ein  ganz  kleines  halb  durchsichtiges  Körpergen, ¬
  bläulicht,  gallertartig,  und  merklich,  mit  seinen
zwei  entgegengesezten  Punkten,  an  den  Seiten  dieser
Vertiefung  oder  Höhle  befestigt.
Nach  Verlauf  eines  ganzen  Monats,  hatten  nunmehr ¬
  die  Körner  an  ihrer  Größe  ganz  merklich  zugenommen, ¬
  und  ihre  Gestalt  des  Herzes  war  in  eine
Nierengestalt  verändert  worden:  Denn  so  sehen  die
Körner  bei  ihrer  Reife  aus,  das  kleine  in  der  gedachten ¬

            
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