Ueber die Erzeugung versthiedner Pflanzen. 355
Blumen, die dem Aufblühen noch näher waren
findet man eben so beschaffen, wie die eben erwähnten,
nur mit dem Unterschied, daß Blätter, Pistill und Antheren =
sich merklich vergrößert haben: aber man trift
keinen wesentlichen Unterschied in dem gegenwärtigen
Zustande und in den Blättern der Blumen an. Wann
nun diese noch etwas mehr aufgeblühet waren, und der
Antherenstaub reifer war, so löste er sich leichter ab
und flog in die Luft: aber in den kleinen Saamenkörnern ¬
sahe man noch keine Abtheilung in zwei Theile
(lobes) und keine kleine Pflanze war auch noch nicht zu
entdekken. Sie zeigten nur ein kleines grünlichtes
Körpergen, das schwammig und mit einer Feuchtigkeit
umgeben war. Unterdessen sahe man die Abtheilung
der Körner in zwei Theile, das kleine Pflänzgen in den
Körnern darzwischen liegen, und schon zu ihrer Vollkommenheit ¬
gelangt, wie man auch die Schötgen bei
weiterer Untersuchung nicht mehr grün, sondern schon
dunkelfarbig fand. Izt muste man schon gestehen,
daß die Zeit die Abtheilung der Körner in ihre zwei
Theile und zwischen ihnen das Pflänzgen, erzeigte oder
doch sichtbarer machte: Ja nunmehr wurde ich angereizt, =
um die Entstehung, Bildung, oder Erscheinung
zu entdekken, meine Untersuchungen weiter zu treiben.
S. IV.
Nunmehr beobachtete ich die Eierstökke oder Schoten, ¬
in den nähern oder mehr entfernten Zeiträumen
nach dem Abfallen der Blumen: binnen zehn Tagen,
nachdem sie abgefallen waren, traf ich eben keinen
merklichen Unterschied oder Veränderung an: aber vom
eilften
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