354 I. Abhandlung. Erstes Kapitel.
Wenn man nun diese kleinen Körner untersucht, so
findet man auswendig eine Hülse, die einen Kern in
sich hält, der durch zwei Theile (lobes), zwischen welchen ¬
der Keim oder das kleine Pflänzgen liegt, geschlossen ¬
ist: allein man sieht nichts als eine sich durchaus
ähnliche lokkere Substanz, die einer etwas steifen Gallert ¬
gleich kömt. Nach der vernünftigen Voraussetzung,
die ich annahm, daß diese Körner die wahren Saamenkörner ¬
wären, erhelte auch ganz klar, daß diese schon
zwanzig Tage vor dem Aufblühen der Blume im Eierstokke ¬
präexistirten: und also folglich vor der Befruchtung ¬
vorhanden waren. Wenigstens thaten sich Blumen ¬
von dieser sehr kleinen Art nicht eher auf, als sam
fünf und zwanzigsten Tage, wie ich mich davon vergewisserte, ¬
indem ich an einem andern Stengel dergleichen ¬
Blumen sitzen ließ, und sie sorgfältig beobachtete.
§. III.
Wenn man verschiedne junge Knospen, die doppelt
größer, als die vorhergehenden, von denen wir nur
gehandelt haben, zergliedert §. II., so sieht man schon,
wie sich die Blätter der Blume aus einander thun, und
auch gelblich zu werden anfangen, der Blumenstaub
hieng auch schon vorwärts an der Spitze der Antheren.
Diese nebst dem Pistill waren izt ebenfals größer und
auch länger worden. Die Eierstökke oder Schoten hatten ¬
an Größe zugenommen, und die darinne liegenden
Keime waren ebenfals ansehnlicher, und nicht mehr so
weich, obgleich ihre Substanz noch immer durchaus ¬
einförmig (Similaire) und schwammig angetroffen
wurde.
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