Ueber die Erzeugung verschiedner Pflanzen. 353
wenn ich diese Knospe mit dem feinsten Instrumentgen
behutsam öffnete, so bekam man die zusammengerolten
Blätter zu sehen, die hellgrün waren, ohne noch eine
gelbe Farbe zu zeigen, die ihnen sonst natürlich eigen
ist: nachdem die Blätter weggenommen worden, sahe
man die Zeugungsorgane, das Pistill und die Antheren. ¬
An den Antheren konte man auch den Staub
erkennen: aber er war noch nicht reif, wie aus der
äußersten Feinheit der Theilgen zu erkennen war, und
weil sie auch noch nicht füchtig waren, sondern noch
sehr fest an ihren Antheren, vermittelst eines etwas klebrigten ¬
Saftes, anhiengen. In der Mitte der Blume
sah man den zarten Staubweg stehen, dessen unterster
Theil, nachdem er von seinen Einwikkelungen oder
äußern Theilen befreit worden, und mit einem guten
Vergrößerungsglase betrachtet wurde, die vollendete
Schote sehen lies, oder vielmehr die Schote oder die
kleine Hülse selbst war, die nicht mehr als ein Zehntheil ¬
einer Linie hält. Untersucht man nun diese Hülse
äußerlich, so nimt man an beiden Seiten hervorragende ¬
Theile wahr, die ganz genau am vollen Lichte
betrachtet, so viel kleine Körner zu sein scheinen, als in
der Schote, oder wie wir zu sagen geneigt wären, im
Eierstokke enthalten sind. Wenn man nun diese
Schote der Länge nach öffnet, so erscheinen kleine Saamenkörner, ¬
die eine runde Gestalt haben, die alle in
eben so vielen Vertiefungen liegen, und durch ihre Verbindungen ¬
an die inwendige Seite des Eierstoks (nach
meiner Sprache) befestigt sind, wie man an den reifen
Körnern, oder die ihrer Reife ganz nahe, und die man
in den fast ganz troknen Schoten findet, sehen kan.
Wenn
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