362 III. Abhandlung.
Erstes Kapitel.
zur Entdekkung der Wahrheit dieses für das zuträglichste ¬
Mittel, wenn ich meine ganze Aufmerksamkeit
auf die Eierstökke, oder Fruchtknoten der Pflanzen richtete; ¬
und um die Natur (so zu reden) auf der That
zu ertappen, im Falle dieses möglich wäre, hielte ich
fürs Beste, dieses Organ zu drei verschiednen Zeitpunkten ¬
zu untersuchen: nämlich zu der Zeit, ehe die
Befruchtung geschieht, hernach indem sie vorgeht,
und alsdenn, wenn dies Naturgeschäfte vorüber ist:
das heist eigentlich, nach der Ausstreuung der Staubtheilgen ¬
auf die weiblichen Theile der Pflanzen: ich
muste diesem zufolge die Eierstökke untersuchen, wenn
die Blume noch in ihrer Knospe, wenn sie eben erst
ganz frisch äufgebrochen, und wenn sie abgefallen war.
Dieses alles habe ich bei der Blume des Ginsters (Spartium ¬
junceum) gethan.
§. II.
Die Beschaffenheit dieser Pflanze ist so, daß die
Blumen an einem und eben demselben Stengel verschiednes =
Alter bekommen, so daß die, welche ganz an der
Spitze stehen, noch nicht aufgeblüht sind, und sich unter =
der Gestalt einer größern oder kleinern Knospe zeigen; ¬
da indessen die andern, welche tiefer stehen, zum
Aufblühen bereit sind, und die noch tiefern schon wieder ¬
dem Verblühen ganz nahe sind und abfallen. Ein
und derselbe Stengel vom Ginster gewährt mir also verschiedne ¬
Beobachtungen: ich fieng meine Untersuchungen ¬
bei den kleinsten Knospen an. Sie sind völlig verschlossen, ¬
und stellen einen durchgängig festen Körper
vor, der in seiner Länge kaum eine Linie beträgt:
wenn