Metadaten : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

18  I.  Abh.  Erster  Abschnitt.  Erstes  Kapitel.
scher  Gestalt  bekleidet  werde.  Die  aufmerksame  Betrachtung ¬
  dieser  Phänomene  war  mir  so  neu  als  unerwartet, ¬
  weil  ich  sicher  glaubte,  daß  diese  zweifarbigen,
in  einen  durchsichtigen  klebrigen  Schleim  eingewikkelten ¬
  runden  Körpergen  wahre  Eier  sein  müßten.  Dafür ¬
  hatte  man  sie  wenigstens  bisher  gehalten,  und
alle  Naturforscher,  besonders  Valisneri  und  Rösel,
hatten  sie  als  Eier  beschrieben.  Ich  mußte  indessen
doch  dasjenige,  was  mich  die  Natur  offenbar  und  aufgedekt =
  sehen  ließ,  lieber  glauben,  als  den  Aussprüchen
jener  gelehrten  Männer  blindlings  folgen:  folglich  bin
ich  mehr  berechtigt,  diese  runden  Körpergen  Larven
(Tetards)  oder  Froschfötus,  als  Eier  zu  nennen:  und
wie  kan  man  den  Körper  ein  Ei  nennen,  der  zwar
das  Ansehn  davon  hat,  sich  aber  dennoch  wie  ein  Thier
gestaltet,  und  weder  irgend  eine  Haut,  Schale,  noch
Hülle,  wie  alle  andre  Thiere,  die  aus  einem  Ei  hervorkommen, ¬
  zurük  laßt.
§.  18.
Aber  waren  denn  die  kleinen  runden  Körpergen,
welche  durch  die  Kraft  der  Befruchtung  in  kleine  Froschkörpergen ¬
  verwandelt  worden  waren,  schon  etwas
Wirkliches,  vor  der  Befrüchtung,  da  sie  noch  im  Jnnersten =
  ihrer  Mutter  verborgen  lagen?
Diese  Frage  war  zu  wichtig,  als  daß  sie  ohne
Untersuchung  hätte  bleiben  sollen,  so  weit  als  es  nämlich ¬
  Versuche  darinne  bringen  konten.  Die  allermühsamsten ¬
  Unternehmungen,  die  allersorgfältigsten
und  genauesten  Vergleichungen,  zeigen  nicht  nur  die
aller¬
            
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