Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

340  II.  Abhandlung.  Fünftes  Kapitel.
Izt  hatte  ich  Ursache  zu  glauben,  daß  dieser  Urin
rein  und  von  einer  Saamenbeimischung  gänzlich  frei
sein  muste,  theils  wegen  der  genommenen  Vorsicht  bei
gemachter  Oeffnung  und  dem  Herausziehen  des  Urins,
theils  weil  die  Saamenbläsgen  aufgetrieben,  und  mit
Saamen  angefült  blieben.  Indessen  verlasse  ich  mich
doch  noch  nicht  gänzlich  auf  diesen  meinen  Versuch,  weil
ich  noch  immer  glaube,  es  möchte  mit  diesem  Urine
Saamen  vermischt  gewesen  sein.  Hierbei  muß  ich  anmerken, ¬
  daß  der  Urin  des  Weibgens  gar  nicht  zur  Befruchtung ¬
  der  Larven  taugt.
XII.
Neue  Versuche,  von  den  Fröschen  Bastarte  zu  erlangen.
Ich  hatte  wahrgenommen,  daß  der  Krötensaamen
keine  Froschlarven  befruchtete,  und  so  wieder  im  umgekehrten ¬
  Falle:  der  Froschlaich  wolte  keine  Krötenlarven
befruchten.  Ich  habe  andre  Versuche  mit  verschiednen
Arten  von  Fröschen  angestelt:  nämlich  mit  dem  grünen
Wasserfrosche  und  mit  dem  Laubfrosche.  Ich  habe  mich
des  Saamens  vom  grünen  Wässerfrosche  zur  Befruchtung =
  der  Larven  des  Laubfrosches  bedient,  und  des
Saamens  des  Laubfrosches  zur  Befruchtung  der  Larven
des  grünen  Wasserfrosches;  aber  allzeit  ohne  erwünschten ¬
  Erfolg,  und  so  ergieng  es  auch  mit  dem  beiderseitigen ¬
  Hodensafte,  der  ebenfals  unter  gleichen  Umständen
früchtlos  blicb.
Ich  habe  auch  die  Saamenfeuchtigkeiten  vom  grünen ¬
  Wasserfrosche,  und  dem  Laubfrosche  zusammen  gemischt: ¬
  mit  dieser  Mischung  befruchtete  ich  Larven  von
einem
            
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