Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Zeugungsgeschichte  des  grünen  Wasserfrosches.  17
man  sie  gleich  mit  einer  Nadel  reizt,  oder  sie  plötzlich,
den  durch  ein  Brennglas  gesammelten  Sonnenstrahlen
aussezt:  allein  bald  hernach  scheint  sie  die  reizenden
Eindrükke  innerlich  zu  fühlen,  ohne  jedoch  dieses  Gefühl ¬
  durch  sichtbare  Bewegungen  zu  verrathen.  Noch
später  hin  bewegt  sie  sich  von  Zeit  zu  Zeit  und  man
wird  alsdenn  deutlich  gewahr,  daß,  was  man  sieht,
nicht  die  Hülle,  oder  umgebende  Haut,  noch  die
Feuchtigkeit,  worinne  sie  schwimt,  seyn  kan:  man
sieht  auch  jezt  die  Nabelschnur,  welche  aber  noch  kentlicher ¬
  wird,  wenn  die  Larve  ihr  Gefängniß  verlassen
hat.  Hierbei  ist  merkwürdig,  daß  die  Rabelschnur,
die  sonst  bei  andern  Thieren  in  den  Unterleib  geht,
hier  in  der  Gegend  des  Kopfes  anhängt.  Die  ihrer
Entwikkelung  sich  nähernde  Larve  ist  unter  N.  2.  Fig.
II.  zu  sehen,  und  bei  N.  1.  Fig.  III.  sieht  man  beim
Buchstabrn  E.  eine  kleine  Floße.  N.  2.  Fig.  III.
stellt  eine  vergrößerte  Larve  vor,  wie  sie  auf  dem  Rükken ¬
  aussieht.  Die  Larve  bei  N.  3.  Fig.  III.  und  die
beiden  andern  Fig.  IV.  zeigen  schon  die  Gestalt  der
Augen,  und  die  unter  dem  Maule  entspringende  Nabelschnur. ¬

§.  17.
Ohne  Zweifel  wird  der  Leser  jezt  schon  sich  wundern, ¬
  daß  die  Larve,  nach  der  hier  gegebnen  Beschreibung, ¬
  nicht  aus  dem  Ei  hervorkömt,  sondern  das
Ei  nur  in  eine  Larve  verwandelt  wird;  oder  daß  vielmehr, ¬
  um  mich  deutlicher  auszudrükken,  die  Larve,
die  in  sich  selbst  äußerst  zusammengedrängt  liegt,  durch
die  Befruchtung  entwikkelt,  und  dadurch  mit  thierischer ¬

            
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