330 II. Abhandlung. Fünftes Kapikel.
Zusätze
zu der Abhandlung über die künstlichen Befruchtungen.
Larven, welche in dem mit Froschsaamen vermischten Wasser ¬
zum Leben kamen.
Ich goß das Wasser aus einem Gefäße, worinne zwei
sich begattende Frösche waren, in ein andres, nachdem
zuvor das Froschweibgen seine Eier oder Früchte zur
Welt gebracht hatte: nun sezte ich in dieses Wasser
Larven, die noch nicht befruchtet waren, weil ich diese
erst aus der Mutter eines Frosches genommen hatte;
allein zu meiner größesten Verwunderung wurden die
Larven darinne befruchtet, und kamen zum Leben:
man kan hieraus deutlich sehen, daß die Saamenfeuchtigkeit ¬
des Männgens, welche die Früchte dieses Frosches ¬
befruchtet, mit welchem es sich begattet hatte, und
das Wasser, worinne die Begattung vorgegangen, auch
besaamet, und es kräftig genug gemacht, die Larven
zu befruchten. Ich habe diesen Versuch vielfältig wiederholt, ¬
und man sieht, wie das Wasser der Gräben,
wo die Frösche sich begatten, besaamet sein muß und
folglich auch fähig, Larven zum Vorschein zu bringen,
die vom Männgen nicht würden befruchtet worden sein:
das kan die Verschwendung der Natur beweisen, die sie
zur Erhaltung ihrer Geschöpfe anwendet.
Nun untersuchte ich, wie lange das vom Männgen
besaamte Wasser gegen das durch die Kunst besaamte
seine befruchtende Kraft behalten würde, es mochte
nun