Full text : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

320  II.  Abhandlung.  Fünstes  Kapitel.
sich  auch  so  fest  an  ihn,  daß  man  dasselbe  in  freier  Luft
umher  tragen  kan,  ohne  daß  es  sich  losreist:  ja  wenn
man  ihm  auch  sogar  die  Schenkel  abschneidet,  so  läst's
doch  nicht  los:  aber  nur  fallen  diese  Thiere  so  den  Finger ¬
  an,  wenn  sie  in  der  Begattungszeit  stehen,  Ich
machte  also  zufällig  eine  Beobachtung,  die  wohl  nie
sonst  ist  gemacht  worden:  die  Schenkel  und  Pfoten  der
Froschmänngen,  im  übrigen  alles  gleich  genommen,  haben ¬
  mir  viel  größer  und  stärker,  als  der  Weibgen  ihre
geschienen,  und  wie  ich  glaube,  zu  der  Absicht,  ihre
Begattung  desto  mehr  zu  begünstigen,  und  also  das
Weibgen  besser  umfassen  zu  können.
Ich  bekam  eines  Tages  verschiedne  sich  begattende ¬
  Frösche,  wobei  ich  mit  einem  in  der  Begattung  begriffnen ¬
  Männgen  folgende  Versuche  machte:  ich  hielt
die  Flamme  von  einem  Lichte  so  nahe  an  einen  seiner
Füsse,  daß  er  davon  anbrante:  ich  verbrante  ihn  bis
zum  Schenkel,  dann  verließ  es  sein  Weibgen.  Inzwischen ¬
  verursachte  ihm  das  Verbrennen  des  Fusses  Convulsionen: ¬
  da  ich  ihm  aber  den  Schenkel  verbrante,
wurde  sein  Athemholen  geschwinder,  und  alsdenn  erst
ließ  er  sein  Weibgen  los.
Nun  sezte  ich  das  so  übel  durchs  Feuer  zugerichtete
Männgen  mit  seinem  Weibgen  ins  Wasser;  nicht  gar
lange  darnach,  begattete  es  sich  doch  wieder  von  neuem
mit  eben  demselbigen  Weibgen;  ich  nahm  es  wieder
aus  dem  Wasser,  aber  es  sonderte  sich  nicht  von  ihm
ab:  ich  verbrante  auf  obgedachte  Weise  seinen  andern
Fuß  und  Schenkel,  und  der  Fuß  war  schon  ganz  verbrant, ¬
  ehe  es  sein  Weibgen  fahren  ließ:  vielmehr  hielt
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer