Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

316  II.  Abhandlung.
Fünftes  Kapitel.
fort  zu  wachsen,  allein,
sie  kommen  doch  bald  darauf =
  um.
II.
Feuchtigkeiten,  die  zur  Entwikkelung  der  Larven  nicht
beförderlich  sind.
Ich  habe  die  befruchteten  Larven  in  nachstehende
Feuchtigkeiten  gesezt;  in  welchen  aber  nie  eine  einzige ¬
  zum  Leben  gelangt  ist.  Ich  sezte  nämlich  meine
Larven  in  puren  rothen  oder  weissen  Wein,  mit  Wasser,
auch  ohne  Wasser  gemischt,  in  Molken,  in  Eiweis,  in
Urin  mit  Wasser  vermischt,  auch  in  Wasser,  darein  ein
wenig  Dinté  gegossen  war,  aber  wie  gesagt,  ohne
allen  Erfolg.
Das  Wasser  scheint  also  die  einzige  für  ihre  Entwikkelung ¬
  zuträgliche  Feuchtigkeit  zu  sein.
III.
Wirkungen  verschiedner  auf  die  Larven  angewendeter
Farben.
Die  Larven,  die  sich  dem  Auge  unter  der  Gestalt
von  Eiern  darstellen,  werden  allzeit  vom  Schafhäutgen
umgeben,  und  nähren  sich  in  demselben  von  seiner  Feuchtigkeit, =
  die  von  der  schleimigten  Feuchtigkeit  entspringt,
die  man  unrechtmäßiger  Weise  Froschsaamen  oder  Froschlaich =
  zu  nennen  pflegt.  Allein  dieser  Schleim  muß,  um
in  das  Schafhäutgen  zu  kommen,  durch  die  Haut,  die
es  umgiebt,  und  durch  noch  eine  andre,  die  in  gleicher
Weite  an  dieser  anliegt,  dringen,  und  endlich,  um  eine
Nahrung  für  die  Larve  abzugeben,  muß  er  sich  durch
viele  Gefäße,  die  ihn  zur  Larve  selbst  leiten,  hineinziehen, ¬

            
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