300 II. Abhandlung. Fünftes Kapitel.
turforscher Ihre vortreflichen und ganz sonderbaren
Versuche angestelt, und diese bisher noch im Dunkeln
gelegene Materie in's rechte Licht gesezt hatten.
XIII. Sie sind also mit mir einerlei Meinung,
und nehmen, wie ich, die Lehre des Herrn von Hallers
an, welche die Embryonen in dem Eierstokke, oder dem
obern Theile der sogenanten Trompeten unsrer Amphibien ¬
betrift, und welche durch keinen Kunstgriff befruchtet ¬
werden können. Allein Sie zeigen mir einen andern ¬
Grund dieser Sache an, den ich gar nicht vermuthete, ¬
und der mir doch so wie auch Ihnen schien,
als müste er etwas zu dessen Bewirkung beitragen: von
der Zeit an, als der Schleim die Nahrung der befruchteten ¬
Larven ist, und dieser Schleim diejenigen, die
im Eierstokke oder im obern Theile der Trompeten sind,
nicht überzieht, so ist es ganz offenbar, daß sobald
als der Saame sie künstlich befruchten könte, so würden ¬
sie doch, aus Mangel der Nahrung, bald verderben.
Die schönen Versuche, die Sie gemacht haben, lassen
gar nichts zu wünschen übrig, weil die Embryonen, die
Sie gänzlich ihres Schleimes beraubt hatten, auch nie
haben befruchtet werden können: und diejenigen, die
ihren Schleim nicht verlohren hatten, waren fast alle
befruchtet worden. Ich zweifle, daß andre Naturforscher ¬
vor Ihnen, den wahren Nutzen dieses Schleims
gekant haben.
XV. Das Blut der Amphibien, ihre Speichelsafte, ¬
die Säfte ihrer Leber, Lungen, Nieren, ihr Urin
und auch der unsrige sind also verschiedne Säfte, mit
denen