Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Beantwortung  einiger  Fragen  re.
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nun  die  stilstehenden  Wasser  wärmer,  als  die  fließenden
sind,  so  mag  dieser  Umstand  wohl  der  Grund  sein,  weswegen ¬
  die  Amphibien  die  erstern  vorziehen,  nicht  so
wohl  wegen  ihrer  Jungen,  denn  diese  sind  ihnen  nicht
bekant,  und  für  welche  sie  auch  keine  Sorge  tragen
können,  sondern  lediglich  für  sich  selbst:  denn  man  findet, ¬
  daß  die  Natur  überal  für  die  Bedürfnisse  ihrer
Jungen  gesorgt,  sie  hat  es  so  einzurichten  gewust,  daß
ihre  Bedürfnisse  mit  denen  von  ihren  Eltern,  die  sie  in
gewissen  Umständen  erleiden  mußten,  in  Verbindung
standen.
Ihre  Abhandlung  enthält  nur  mehr  als  zuviel  Beispiele, ¬
  daß  es  also  unnöthig  wäre,  noch  dergleichen
mehrere  anzuzeigen.  Ich  sehe  übrigens,  daß  Sie
gänzlich  auch  in  diesem  Stükke  meiner  Meinung  sind,
wenn  es  auf  diejenige  Vorsicht,  und  denjenigen  Verstand ¬
  ankömt,  den  man  so  gerne  und  unphilophischer
Weise  den  Thieren  zueignet.
IX.  Ich  wuste  nicht,  daß  Ihr  Landsmann,  der
große  und  vortrefliche  Ballisnieri,  eben  dieselbe
Idee,  die  auch  ich  über  die  langen  Begattungen  der
Frosch=  und  Krötenmänngen  mit  ihren  Weibgen  hatte,
sich  gemacht  hätte.  Mir  fiel  es  nicht  ein,  daß  Swammerdam ¬
  das  Gegentheil  geglaubt  hätte,  daß,  weit
gefehlt,  den  Weg  für  die  Eier  in  den  Eierstoksröhren
oder  sogenanten  Muttertrompeten  zu  erleichtern,  er
vielmehr  durch  die  starken  Anpressungen  an  das  Männgen ¬
  während  der  Begattung  erschwert  werden  müsse.
Ich  würde  nicht  gewust  haben,  welche  Parthei  ich  unter ¬
  diesen  beiden  großen  Naturforschern  hätte  ergreifen ¬

T.5
            
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