292 II. Abhandlung. Fünftes Kapitel.
stand, der mir bisher entgangen war, aufmerksan.
Sie sagen: „daß Sie die Fischeier sogleich auf dem
„Schlamime, wo Sie dieselben bekommen haben, im
„Schatten troknen ließen; bisweilen geschähe dieses
„auch in Gefäßen." Ich bleibe bei den Worten: auf
dem Schlamme, stehen; aber könte es sich nicht mit
den Fischeiern, wie mit den Räderthiergen (Rotiferes)
verhalten, die, um sie bei ihrer Kraft zu erhalten, in
Sand eingescharrt werden müssen? Ich habe kaum Ursache =
zu vermuthen, daß Ste den Umstand solten vernachläßigt ¬
haben, Ihre Fischeier mit dem nämlichen
Schlamme, wo sie waren gelegt worden, zu bedekken,
denn ich weiß, wie vorsichtig Sie in allen dergleichen
Umständen verfahren. *)
VI. Sie haben mir mit der Erzählung der besondern ¬
Art, wie das Salamandermänngen sein Weibgen
befruchtet, ein ungemein großes Vergnügen gemacht;
diese ganze Sache war mir neu und noch völlig unbekant. ¬
Die Salamander sind demnach sehr keusche Thiere
bei ihren Liebesgeschäften: es findet also gar keine Begat ¬
¬
Herr Bonnet hat eine gar zu vortheilhafte Meinung ¬
von mir. Ich habe wirklich nicht darauf gedacht, ¬
die Fischeier und die Früchte der Frösche und
Kröten im Schlamme verdekt zu halten, und glaubte
auch gar nicht, daß sie sich darinne erhalten möchten:
ich muß aber gestehen, daß es wohl möglich sein
könte: daher wird's dienlich sein, den Versuch unter
diesen Umständen zu wiederholen; wie ich es mir
auch fest vorgesezt habe.