Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

288  II.  Abhandlung.  Fünftes  Kapitel.
existenz  der  Larve  bei  der  Befruchtung,  diesen  Einwurf
hitlänglich  widerlegen  würden.  Endlich  müste  man
auch  die  Beobachtung  der  Narbe  (cicatricule)  an  dem
unbefruchteten  Eie  im  Sonnenmikroskop  versuchen,
welches  unter  allen  andern  Instrumenten  dieser  Art,  die
Objecte  von  einer  gewissen  Durchsichtigkeit  am  meisten
vergrößert.  Was  würde  ich  Ihnen  endlich  noch  wohl  alles =
  sagen?  Sie  werden  in  der  kleinen  Narbe  das,
was  nicht  darinne  befindlich  ist,  nicht  suchen;  denn  Sie
haben  die  gröste  Wahrscheinlichkeit  vor  sich,  dasjenige
darinne  wirklich  anzutreffen,  was  Sie  suchen.
Gewisse  Versuche  haben  uns  belehrt,  daß  das  Ei,
welches  auch  mit  einer  harten  Schale  versehen  ist,  dennoch ¬
  sehr  ausduftet.  Diese  Ausduftung  bringt  verschiedne ¬
  innerliche  Veränderungen  hervor.  Ich  fordre
Sie  also  auf,  die  kleine  Narbe  in  unbefruchteten  und  längere ¬
  oder  kürzere  Zeit  aufgehobenen  Eiern  zu  beobachten. =
  Vielleicht  würde  es  nicht  ganz  ohne  Nutzen  sein,
die  Narbe  auf  einer  Glastafel  ein  wenig  troknen  zu
lassen,  und  sie  sodann  durchs  Mikroskop  zu  betrachten.
Die  Frucht  würde  dadurch  mehr  oder  weniger  von  ihrer ¬
  Durchsichtigkeit,  indem  sich  die  festen  Theilgen  einander ¬
  näherten,  verliehren.
Sie  werden  sehr  wohl  thun,  mein  lieber  Malpighi, ¬
  wenn  Sie  die  wahren  oder  sogenanten  Eier
des  Lilienkäfers  recht  genau  beobachten.  Es  erhelt  hinlänglich ¬
  aus  der  Stelle  des  Herrn  Reaumür,  meines
vortreflichen  ehemaligen  Lehrers,  daß  er  die  Nothwendigkeit ¬
  wohl  eingesehn  habe,  Patarols  Beobachtung
            
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