286 II. Abhandlung. Fünftes Kapitel.
ein unvorhergesehener Umstand, ein Zufall, an den
Sie gar nicht würden gedacht haben, können Ihnen
vielleicht die grösten Dienste erweisen. Sie werden
schon selbst von den glüklichen Umständen, die in dem
ordentlichen Laufe der Natur nicht vorzukommen pflegen, ¬
Gebrauch zu machen wissen, und welche vielleicht
das, was sie Malpighi und Haller nicht zu sehn
verstattet, zur Entdekkung für Sie aufgehoben hat.
Es scheint mir überhaupt nur darauf anzukommen,
daß man ein Mittel erfände, der Frucht ihre Durchsichtigkeit, ¬
ohne ihr zu schaden, zu benehmen: denn
ich glaube, daß mehr diese, als die außerordentliche
Zartheit oder Feinheit, schuld ist, daß sie auch der durchdringenste ¬
Blik des Beobachters nicht erkennen kan.
Vielleicht könte ein äußerst kleines Tröpfgen Weineßig
oder Weingeist, das auf die Seite, womit es angewachsen ¬
war, gegossen würde, indem es die Feuchtigkeit,
welche die festen Theile der Frucht benezt, verdikket,
dieselbe sichtbar machen.
Sie könten auch andre zu ihrer Absicht dienende
Feuchtigkeiten anwenden. Mir fallen noch zweierlei
andre Mittel ein. Das Erste von meiner Erfindung
wäre dieses: man müste versuchen, über das Gelbe eine
mit vegetabilischer Farbe angemachte Feuchtigkeit, eine
Feuchtigkeit, die man mit irgend einem Kräutersafte
gestärkt hätte, zu verbreiten: da wissen wir, ob die Gefäße ¬
des gelben Körpers diese Tinktur nicht einschlukken,
und bis zur Frucht dringen lassen würden: und wenn
auch dadurch nur der Umfang derselben gefärbt würde,
so müste doch der Ort oder Punkt, wo sie läge, kentlich
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