Full text : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Fünftes  Kapitel.
II.  Abhandlung.
284
nes  leztern  Briefes  gehen,  die  Sie  selbst  beibehalten,
und  beantwortet  haben.
I.  *).  Ich  zweifelte  gar  nicht,  daß  Ihnen  die  von  mir
vorgeschlagenen  Untersuchungen,  der  Früchte  (germes)
im  Eierstokke  vor  der  Befruchtung,  nicht  schon  solteh
beigefallen  sein.  Sie  scheinen  aber  keine  große  Hoffnung ¬
  von  diesem  Unternehmen  zu  haben:  Sie  glauben,
die  außerordentliche  Feinheit  und  ihre  Durchsichtigkeit
werden  es  zu  aller  Untersuchung  unfähig  machen.  Nichts
desto
*)  Um  diesen  Paragraph  besser  zu  verstehn,  muß  man
wissen,  was  mein  Brief  enthielt,  worauf  dieser  eine
Antwort  ist.  Herr  Bonnet  sagte  in  seinem  leztern
Schreiben,  §.  I.  daß  es  sehr  wichtig  für  die  Naturlehre ¬
  sein  würde,  wenn  man  die  Embryonen  in
den  Eierstökken  vierfüßiger  Thiere,  und  großer  Vögel ¬
  vor  ihrer  Begattung  untersuchte,  und  hielt  dafür, =
  daß  ich  auch  in  diesen  Untersuchungen  nicht  unglüklich =
  sein  würde;  hierauf  antwortete  ich:  „Die  Idee,
„meine  Untersuchungen  auch  bei  den  Eierstökken  vier„füßiger ¬
  Thiere,  und  großer  Vögel  anzuwenden,  wä„re ¬
  mir  schon  längst  eingefallen;  es  hätte  mir  aber
„bisher  noch  immer  an  gehöriger  Muße  dazu  gefehlt.
„Ihr  großes  Verlangen,  daß  ich  mir  doch  diese  Un„ternehmung ¬
  zum  nächsten  Geschäfte  machen  möchte,
„treibt  mich  an,  dasselbige  ehestens  vorzunehmen:  wie
„wohl  ich  mir  nicht  gar  viel  Glük,  wegen  der  äußer„sten ¬
  Feinheit  und  Durchsichtigkeit  der  Frucht  (germe),
„von  dieser  Arbeit  verspreche,  weil  ich  glaube,  daß
„es  unmöglich  sein  wird,  sie  zu  erkennen:  allein  auch
„nur  eine  bloße  Wahrscheinlichkeit  von  gutem  Erfolge,
„muß  dem  Naturforscher  schon  genug  sein,  wenn  es
„auf  einen  so  wichtigen  Gegenstand  ankömt,  den
Versuch  zu  unternehmen.
„Ich
            
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