Zeugungsgeschichte des grünen Wasserfrosches 11
daß das Männchen die Eier, so wie sie nach und nach
bei dem Weibchen aus der Oefnung des Afters zum
Vorschein kommen, mit seinem Saamen befruchte *);
dieß ist wenigstens, in Ansehung andrer Frösche, die
Meinung des berühmten Swammerdams, die auch
Rösel in seiner Naturgeschichte der Frösche bestätigt,
ob er gleich in der Folge zu erkennen giebt, daß er
nicht bestimmen möge, ob die Eier in der Gebärmutter
durch den von außen hineingekommenen Saamen befruchtet ¬
würden. Ich habe mich bemühet den Vorhang, ¬
hinter welchem dieses Naturgeheimniß verstekt
ist, aufzuziehen. Sobald die Eier aus dem After
des Weibgens zum Vorschein kamen, sahe ich, wie
sich dasselbe im Gefäße hin und her bewegte, wie es
im Wasser bald in die Höhe kam, bald in die Tiefe
gieng, die hintern Schenkel verlängerte, und von sich
strekte, wobei man einen gewissen leisen Laut vernahm;
ich sahe, wie das Männchen seine hintern Schenkel
mit denen es einen Zirkel machte, an sich zog, und
viel sonderbare Wendungen zeigte, und in den Ton
des Weibgens in abgeseztem Geschrei mit einstimte,
so daß es sehr schwer seyn würde, hiervon eine deutliche ¬
Beschreibung zu geben. Eben in diesem Zeitpunkte
bemerkte ich nahe bei dem After des Männchens eine
etwas aufgeschwollene Hervorragung (Pointe) hervortreten, ¬
welche ich für das Zeugungsglied des Frosches ¬
*) Bei den Fröschen, Kröten, Salamandern, und
vielen andern Thieren, gehen die Eier durch die Oefnung =
des Afters ab.