§. 902.
Von der Auffaugung.
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daß sie keinen Chylus mehr aufnehmen konnten, so kam dennoch
keiner in die Venen. Vielleicht ist in manchem der obigen Fälle
Chylus im ganzen Blute verbreitet und durch die Darmarterien
in die Pfortader geführt gewesen. Auch ist es möglich, daß, wie
Mayer (a. a. O. S. 334) vermuthet, unter gewissen Umständen ¬
der Chylus erst nach dem Tode, wo die eigenthümlichen
Verwandtschaftsverhältnisse der organischen Substanz erlöschen
(§. 634. k), in die Venen dringt. Übrigens ist es noch nie
erwiesen worden, daß die dem Pfortaderblute beigemengte weiße
Flüssigkeit wirklicher Chylus war, während es doch ausgemacht
ist, daß die weiße Farbe des Blutes oft von beigemengtem freiem
Fette herrührt. i) Sicherer sind die Erfahrungen, nach welchen i.
die Eigenschaften der in die Verdauungsorgane gebrachten Substanzen ¬
in dieser oder jener Art der rückführenden Gefäße sich
zeigen. a) Die Behauptung Flandrins, daß bei Pferden das a.
Venenblut des Dünndarms einen krautartigen, des Dickdarms
hingegen einen scharfen, etwas laugensalzigen Geschmack habe,
steht zu isolirt, als daß großes Gewicht darauf gelegt werden
könnte. 6) Hallé, Flandrin, Magendie (Nr. 247. II.
p. 157. 182), Tiedemann (Nr. 222. S. 56. 60. 65),
Westrumb (Nr. 185. VII. S. 528. 534. 539. Nr. 736.
S. 25. 34), Krimer (Nr. 562. S. 10 fgg.), Lawrance
und Coates (Nr. 199. I. p. 54), Franchini (ebd. III. p. 21)
konnten farbige Pflanzenstoffe nie im Lymphstamme, zum Theil
aber im Blute, namentlich in dem der Pfortader wieder finden.
Es mochte wohl ein Irrthum sein, wenn Viridet und Mattei ¬
die röthliche Farbe des Chylus von der Fütterung der Thiere
mit rothen Rüben ableiteten (Nr. 736. S. 14). Wenn Lister
(Nr. 172. XIII. p. 6), Lower (ebd. XXII. p. 996), Hunter,
Haller (Nr. 95. VI. p. 164. 207. VII. p. 62), Blumenbach, -
Ducachet (Nr. 423. III. p. 270) die blaue Farbe von
Indigo und Lakmus im Chylus erkannt haben wollen, so hat
man dagegen eingewendet, daß die Lymphgefäße im nüchternen
Zustande bläulich erscheinen; mit der Behauptung aber, die genannten ¬
Beobachter hätten sich auf diese Weise getäuscht, giebt
man ihnen eine große Unachtsamkeit Schuld. Indessen haben
Burdachs Physiologie VI.