Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

10  I.  Abh.  Erster  Abschnitt.  Erstes  Kapitel.
da  man  in  diesen  gar  bald  lebende  Larven  bemerkte
so  giengen  hingegen  jene  bald  in  Fäulniß.  Aus  diesen
Versuchen  war  nun  diese  unumstößliche  Wahrheit
ganz  natürlich  zu  erkennen,  daß  die  Froscheier  nicht
innerhalb  der  Gebärmutter  des  Frosches,  sondern
außerhalb  derselben  befruchtet  werden.  Linne  hat  also
sehr  geirrt,  wenn  er  mit  Zuverlässigkeit  sagt:  In  der
„ganzen  Natur  erfolgt  in  keinem  einzigen  lebendigen
Körper  eine  Schwängerung,  noch  eines  Eies  Befruchtung, ¬
  außer  dem  Körper  der  Mutter."
Artedi
Ichtyologia.  P.  II.  p.  32.
§.  10.
Durch  diese  Beobachtung  wird  auch  zugleich  die
Meinung  Friedrich  Menzens,  ehemaligen  Professors ¬
  zu  Leipzig,  widerlegt;  denn  dieser  hatte  sich  vorgestellt, ¬
  der  Saame  des  Frosches,  gienge  während  der  Begattung ¬
  aus  der  fleischigten  Erhöhung,  die  das  Froschmännchen ¬
  an  den  Daumen  seiner  Vorderfüße  hat,
(§.  2)  erst  in  die  Bruft  und  hernach  durch  tausend
unbekante  Umwege,  in  den  Eierstok  des  Weibgens
über,  worin  sodann  endlich  die  Eier  befruchtet  würden ¬
  *)
§.  11.
Wenn  nun  also  ausgemacht  ist,  daß  die  Befruchtung ¬
  bei  unserm  Frosche  außerhalb  der  Gebärmutter
geschieht,  so  entsteht  die  Frage,  auf  was  für  Art  solche ¬
  verrichtet  wird?  Man  wird  vielleicht  antworten,
daß
)  Generatio  rageoog,  Ranarum  conspicua.
            
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