Beantworkung einiger Fragen rc. 257
vorigen Jahren, ja in meiner Jugend, über die Erzeugung ¬
angestelt, immer auf diese Vorstellung gebracht,
so, daß ich sie auch stets als ein algemeines Naturgesetz ¬
betrachtet habe. Es käme nur darauf an, Mittel
zu erfinden, wie man die Keime (germes) unter das
Auge bringen wolte, die ohne Zweifel schon in den
Bläsgen des Eierstoks lebendige Junge gebährender
Thiere vorhanden sind, ehe noch das Männgen sich genähert =
hat. Es ist sowohl der äußersten Feinheit, als
auch der überaus großen Durchsichtigkeit zuzuschreiben,
daß man die Embryonen vor ihrer Befruchtung nicht
erkennen kan. Daher würden alle Mittel, welche die
Durchsichtigkeit vermindern, die Embryonen gleichsam
verhärten, feste und undurchsichtig machen könten, auch
geschikt sein, unsre Vergrößerungsgläser jeder Art zur
Betrachtung anwendbar zu machen.
Es fehlt uns noch an genugsamer Erfahrung und
Geschiklichkeit, um dergleichen Versuche so anzustellen,
daß wir die Lehre von der Erzeugung, die noch so sehr
im Dunkeln liegt, in ein recht helles Licht setzen könten:
ich sehe aber im Voraus, daß, woferne Sie sich in
die Tiefen dieses Geheimnisses hinablassen solten, Sie
auch große und noch unbekante Schätze daher ziehen
würden: denn die Natur ist mit Ihnen, und Sie mit
ihr allzu bekant, weil Sie solche Fragen an sie zu thun
wissen, welche sie am liebsten beantwortet. Allein solten ¬
wir auch nicht dahin gelangen, die Keime (germes)
großer vierfüßiger Thiere, und Vögel vor ihrer Befruchtung ¬
deutlich mit unsern Augen zu entdekken, so
werden wir doch darum nichts desto weniger ganz vernünftig ¬
schlüssen, wenn wir nach dem allen, was wir
von